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Rekordsommer für Streuobst - Hilfe für Obstbaumbesitzer


Der Sommer 2018 sorgte an den Ästen der heimischen Obstbäume für enorm viele Früchte. Was zuerst einmal sehr positiv ist, bringt jedoch auch einige Probleme mit sich: Die Bäume haben es besonders schwer – und dies wortwörtlich: Viele brechen unter dem Gewicht des Obstes zusammen, sind dadurch stark gefährdet und benötigen dringend die Hilfe ihres Besitzers.

Nicht umsonst heißt es „An apple a day keeps the doctor away“ (Ein Apfel am Tag – Doktor gespart!), denn ein Apfel beinhaltet über 30 Vitamine und Spurenelemente, etwa 150 Milligramm Kalium und viele andere wertvolle Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium, Magnesium oder Eisen. Er hat nur wenig Kalorien, ist gut für die Gesundheit und das Wohlbefinden und liefert durch den enthaltenen Trauben- und Fruchtzucker schnell Energie. Ein wichtiger Inhaltsstoff ist das Pektin, das den Cholesterinspiegel senkt, Schadstoffe bindet und wieder ausschwemmt. Die in der Frucht enthaltenen Flavonoide und Carotinoide scheinen das Krebsrisiko zu mindern und haben eine antioxidative Wirkung im Organismus. Eine Vitaminbombe die also, im Gegensatz zu so manchem Nahrungsergänzungsmittel, auch noch schmeckt! Wer in den Genuss dieser Vitaminbomben kommen will muss nur beachten, dass die Vitamine in der Schale sitzen. Also sollte der Apfel nicht gespritzt sein und mitsamt Schale gegessen werden.

Wie gut, dass dieses Jahr ein wahrlich besonders ertragreiches Obstjahr ist. Denn nicht nur der Apfel ist eine Vitaminbombe, sondern auch alle anderen Obstarten der Streuobstwiesen wie Birnen, Zwetschgen, Mirabellen oder Kirschen.

Das Phänomen des diesjährigen Obstbehangs wurde durch das letztjährige, ertragslose Obstjahr begünstigt. Die Bäume reagierten im Frühjahr bei idealen Bedingungen mit einer überreichen Blüte. Dies führte zu einer guten und massenhaften Entwicklung des Obstes.

Was zuerst einmal sehr positiv ist, bringt jedoch auch einige Probleme mit sich: Die Bäume haben es besonders schwer – und dies wortwörtlich: Viele brechen unter dem Gewicht des Obstes zusammen, sind dadurch stark gefährdet und benötigen dringend die Hilfe ihres Besitzers. Durch geeignete Schnittmaßnahmen können sogar Bäume mit großen Astabbrüchen erhalten bleiben.

Gemeinsame Schnittaktionen im nächsten Frühjahr unterstützten fachlich und praktisch Obstbaumbesitzer beim Erhalt ihrer Streuobstwiesen. Neben den Angeboten der örtlichen Gartenbauvereine werden Schnittaktionen mit Baumwarten und weiteren fachkundigen Personen durch das Landratsamt angeboten.

Durch die Pflege der Obstbäume trägt der Eigentümer nicht nur zum Erhalt des einzelnen Obstbaumes bei, sondern erhält auch das Landschaftsbild sowie den Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Streuobstwiesen gliedern und beleben das Landschaftsbild im Landkreis Roth, viele Orte sind wesentlich geprägt durch die ortsnahen Streuobstgürtel.

Wer seine Bäume pflegt erhält seine eigene Heimat, auch für zukünftige Generationen. Dies ist umso notwendiger, da sich die Anzahl der Obstbäume auf den Streuobstwiesen in Bayern von rund 20 Millionen im Jahr 1965 auf mittlerweile etwa 6 Millionen reduziert hat. Und das obwohl Streuobstwiesen eine der bedeutsamsten Lebensräume sind, welche bis zu 5000 Tier- und Pflanzenarten beherbergen können.

Der Landkreis unterstützt den Erhalt und die Pflege der Streuobstwiesen bereits mit dem Pilotprojekt „ObstWiesenVielfalt“. Im Rahmen dieses Projektes wird die in Mittelfranken bisher einzigartige Förderung des Obstbaumschnittes auf Streuobstflächen in den Projektgemeinden Spalt, Heideck und Thalmässing ermöglicht. Voraussetzungen für die Förderung sind, dass es sich um mindestens 10 ökologisch hochwertige Obstbäume handelt, die Fläche in der freien Landschaft liegt, keine Einzäunung vorhanden ist und der Schnitt durch speziell hierfür ausgebildete Personen, wie z.B. Baumwarte durchgeführt wird. Der Eigentümer zahlt hierfür nur 25% der Schnittkosten. Auf diese Weise konnten bisher in den drei Gemeinden 210 alte Obstbäume verjüngt und wieder in Balance gebracht werden. Aktuell läuft die nächste Antragsstellung für den kommenden Schnitt.


Fragen und weitere Informationen

 

Bei Fragen zur Obstbaumpflege steht Ihnen die Kreisfachberatung des Landratsamtes zur Verfügung

(Tel. 09171/ 811 411, eMail: renate.haberacker@landratsamt-roth.de).

 

Bei Fragen zum Projekt oder zur Förderung dürfen Sie sich gerne bei Anna Christ

(Tel. 09171/ 811 436, eMail: naturschutz@landratsamt-roth.de) von der Unteren Naturschutzbehörde melden.



Weitere Informationen und Material zum Thema finden Sie auf der rechten Navigationsleiste.


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generiert am 15.11.2018 04:00:53 ­