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Oberflächennahe Geothermie - Wärmepumpen


Aufgrund steigender Energiepreise gerät die Nutzung regenerativer Energiequellen immer mehr in den Blickpunkt. Die Nutzung der oberflächennahen Geothermie zur Raumbeheizung mittels erdgekoppelter Wärmepumpen ist bei ordnungsgemäßer Ausführung unter Beachtung wasserrechtlicher und geologischer Voraussetzungen eine technisch bewehrte, zuverlässige und wirtschaftlich interessante Möglichkeit regenerative Energien zu nutzen.

Im Wesentlichen ist zu unterscheiden zwischen

  • Vertikale Erdwärmesondenanlage
  • Grundwasserwärmepumpe  und
  • Horizontaler Erdwärmekollektor

Nachfolgend wird kurz erläutert, welche Verfahrensschritte bei der Genehmigung einer Erdwärmeanlage zu beachten sind:


Vertikale Erdwärmesondenanlage

Bei Erdwärmesondenanlagen wird dem Erdreich durch eine zirkulierende Wärmeträgerflüssigkeit Energie entzogen. Die Bohrtiefen können dabei je nach Geologie bis zu 100 Meter betragen (in Einzelfällen unter Beteiligung des Bergamtes auch tiefer!).
Eine erste Prognose darüber, ob eine solche Anlage auf Ihrem Grundstück möglich ist und mit welcher Bohrtiefe gerechnet werden kann, können Sie über das "Informationssystem Oberflächennahe Geothermie" (s. nebenstehender Link) in Erfahrung bringen. Für genauere Informationen können Sie auch das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg kontaktieren (udo.kleeberger@wwa-n.bayern.de oder tel. unter 0911/23609-410).

Bis zu einer Heizleistung von maximal 50 kW im oberflächennahen, nicht gespannten Grundwasser, ist dafür eine Erlaubnis mit Zulassungsfiktion gem. Art. 15 i.V.m. Art. 70 BayWG erforderlich. Dabei ist dem Antrag ein Gutachten eines privaten Sachverständigen in der Wasserwirtschaft (PSW) mit dem Anerkennungsgebiet "Thermische Nutzung" vorzulegen. Anschließend erfolgt auf Grundlage dieses Gutachtens der wasserrechtliche Bescheid durch das Landratsamt.

Das ausführende Bohrunternehmen muss im Besitz eines Zertifikats nach DVGW W 120 oder W 120-2 sein. Ansonsten ist für die Bauleitung und hydrogeologische Prognose zusätzlich ein geologisches Fachbüro zu beauftragen.

Weitere Informationen erhalten Sie in der rechten Navigationsleiste im Leitfaden Erdwärmesonden in Bayern.


Grundwasserwärmepumpe

Bei dieser geothermischen Anlage wird oberflächennahes Grundwasser über einen Förderbrunnen entnommen, thermisch genutzt und anschließend über einen Schluckbrunnen wieder in den Grundwasserleiter eingeleitet. Diese Art der Wärmepumpe eignet sich besonders dann, wenn oberflächennah ausreichend Grundwasser zur Verfügung steht und die Zusammensetzung des Grundwassers eine vorzeitige Verockerung der Brunnen nicht erwarten lässt.

Auch bei diesen Anlagen bis zu 50 kW, bei dem das geförderte, nicht gespannte Wasser wieder in den Grundwasserleiter zurückgeführt wird, ist dem Antrag ein Gutachten eines PSW mit dem Anerkennungsgebiet "Thermische Nutzung" oder "Thermische Nutzung - offene Systeme" beizufügen.
Anschließend erfolgt auf Grundlage dieses Gutachtens der wasserrechtliche Bescheid durch das Landratsamt.

Die Erstellung der Brunnen ist von Bohrunternehmen auszuführen, die nach dem DVGW-Arbeitsblatt W 120 oder W 120-1 für Brunnenbau und Bohrtechnik zertifiziert sind.


Horizontaler Erdwärmekollektor

Dabei werden Heizschlangen im Erdreich in einer Tiefe von ca. 1,2 - 1,5 Meter großflächig verlegt.

Ob beim Bau oder dem Betrieb einer solchen Anlage ein erlaubnispflichtiger Benutzungstatbestand erfüllt ist, kann nur im Einzelfall anhand der technischen Daten der Anlage und der hydrogeologischen Gegebenheiten beurteilt werden.

In der Regel ist jedoch kein wasserrechtliches Erlaubnisverfahren zu erwarten, sondern die Anlage mit nebenstehenden Anzeigeformular lediglich anzeigepflichtig.



Weitere Informationen und Material zum Thema finden Sie auf der rechten Navigationsleiste.


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generiert am 13.11.2019 01:32:37 ­