AUSBILDUNG AM LANDRATSAMT ROTH

Statt spießig-staubig lieber lässig-locker


Kennen Sie den? „Fragt ein Beamter seinen Kollegen, warum er denn einen faulen Apfel isst. Der meint nur: Als ich vorhin angefangen habe, war er noch gut.“ Oder wie wär`s mit der „Lebensweisheit“: „Wenn Du Butter willst, dann schicke Milch auf den Dienstweg!“ Junge Leute wie Stefan Klinger oder Emre Öztürk, wie Kerstin Arauner, Katrin Rauch und Julia Pfann winken bei solchen Witzen nur noch ab. Sie alle sind Azubis im Rother Landratsamt und rührten für ihren Job an zwei Tagen für jüngere Altersgenossen, die noch die Schulbank drücken, die Werbetrommel. Aus Überzeugung. Und mit Erfolg.

Azubis und Praktikanten

Mit insgesamt rund 450 Beschäftigten - die meisten davon sind Angestellte des öffentlichen Dienstes – gehört das Landratsamt zu den größten Arbeitgebern im Landkreis. Schon seit Jahren ist es eine Selbstverständlichkeit, dass hier Jahr für Jahr ein halbes Dutzend junger Männer und Frauen in der Verwaltung ausgebildet werden. Und mit fast derselben Selbstverständlichkeit sind diese bei den Abschlussprüfungen bayernweit fast immer unter den Top Ten zu finden.

Realität sieht anders aus

Zweifelhaftes Image hin oder her – mit durchschnittlich 120 Bewerbungen müsste sich die Personalabteilung mit dem Ausbilder-Team Waltraud Bößl und Eva Dorner eigentlich keinen Kopf um die Nachwuchswerbung machen. Die beiden wollen es aber trotzdem: „Weil wir das auch als Chance sehen, zu zeigen, dass die Klischees gar nicht zur Realität passen,“ so Eva Dorner, die vor gut einem Jahrzehnt selbst als Azubi im Landratsamt angefangen hat. „Moderne Verwaltung bedeutet, flexibel, kommunikativ, offen für Neues und teamfähig zu sein.

Dieses Berufsbild vermitteln sie und Waltraud Bößl auch jenseits der „Amtsstuben“ gegenüber Schulabgängern. Beispielsweise bei Berufsinformationsbörsen von Real- und Wirtschaftsschulen. Nachdem aber darüber hinaus auch immer wieder Anfragen von Schülern nach einem Praktikum im Landratsamt kommen, entstand die Idee, zwei komprimierte Praktikumstage in den Pfingstferien anzubieten.

Komprimierte Information

Das Konzept dahinter: „Wir wollten in zwei Tagen komprimiert über den Beruf des Verwaltungsfachangestellten und das Arbeitsumfeld informieren, damit sich die Jungs und Mädels ein möglichst komplettes, eigenes Bild davon machen können“, sagt Eva Dorner, die aus den „etwas anderen“ Praktikumstagen kurzerhand ein Azubi-Projekt mit allen drei Ausbildungs-jahrgängen machte.

Und: „Für unseren Berufsnachwuchs war das eine gute Übung für Projektplanung und -präsentation; außerdem ist es doch viel glaubhafter, wenn unsere Azubis ihren etwas jüngeren Altersgenossen erzählen, wie es denn ,wirklich´ so in einer öffentlichen Verwaltung zugeht“. Das Ergebnis: Eine gelungene Premiere mit vollem „Infotainment“ über zwei Arbeitstage hinweg. Denn tatsächlich überließen die LRA-Azubis mit Projektbetreuerin Eva Dorner unter dem Motto „Erleben – Entdecken – Informieren“ nichts dem Zufall.

Trotz der Ferien hatten sich im Vorfeld aus dem ganzen Landkreis 30 Schüler und Schülerinnen – der Großteil von ihnen besucht die achte oder neunte Klasse der Realschule – angemeldet. Mehr sollten es nicht sein, obwohl auf einer Warteliste noch etliche Interessenten gestanden haben.

Abwechslungsreiches Programm

Eine Vorstellungsrunde im Kreistagssaal, wo sonst Kommunalpolitik „gemacht“ wird; gefolgt von einem Spiel- und Wissensparcours mit fünf Stationen, unter anderem mit Riesen-Puzzle zum Thema „Abteilungen und Aufgaben des Landratsamtes“ , einem Memory über den (möglichen) Arbeitsalltag in der Behörde und einem Paragrafen-Quiz. Das war Tag eins.

Am zweiten Tag ging es noch mehr in die Praxis: Alle 30 Praktikanten wurden per Los verschiedenen Sachgebieten für einen Vormittag lang „zugeteilt“ – angefangen von der Führer-schein-Stelle oder dem Facility Management, über die Abteilung „Wasserrecht“ , das Seniorenamt bis hin zu Poststelle, Landratsbüro oder Kasse.

„Also das ist tatsächlich noch vielseitiger als ich mir das vorgestellt hatte. Ich dachte eigentlich, dass die Arbeit hier mit noch viel mehr Bürokram verbunden ist und sich viel mehr wiederholt. Stimmt aber gar nicht“, gibt Daniela Hättig (14) am Ende der Praktikantentage in der „Feedback-Runde“ gerne Auskunft. „Ich hatte es mir schon vorher überlegt. Doch nach dem, was ich hier gesehen habe, will ich mich hier auf jeden Fall bewerben“, erklärt Nina Kopp, die mit dem Jahreszeugnis der Schwabacher Wirtschaftsschule heuer noch auf Ausbildungsplatz-Suche gehen wird. Auch Christoph Angermeier, der einzige Gymnasiast in der Runde, sieht sich in seiner Berufsorientierung bestärkt. „Abwechslungsreich und dabei sicher, mit guten Aufstiegschancen und das in der Region, in der ich zu Hause bin – ich finde das gut“.

Die Rechnung der LRA-Azubis scheint also aufgegangen zu sein. „Klar kennt man diese Witze über den öffentlichen Dienst. Aber ich finde, hier wird`s einem echt nicht langweilig“, erzählen Kerstin Arauner und Katrin Rauch, zwei aus dem Vorbereitungsteam. Ihre Kollegen Stefan Klinger und Emre Öztürk ergänzen noch: „Hier geht`s alles andere als steif und spießig zu.  Genau das wollten wir zeigen.“

Information

Der Landkreis Roth bietet zum 1. September 2013 Ausbildungsplätze für  „Verwaltungsfachangestellte/r im Kommunaldienst“ an.
Voraussetzungen sind:
• Mindestens Qualifizierender Hauptschulabschluss mit sehr guten Noten
 
• Mittlere Reife mit guten, mindestens befriedigenden Noten in Deutsch, Mathematik/Wirtschaftsrechnen
 
• Fachabitur oder Abitur
Bewerbungen für das Ausbildungsjahr 2013 müssen mit den üblichen Bewerbungsunterlagen bis spätestens 31. August 2012 geschickt werden an: Landratsamt Roth, Personalamt, Weinbergweg 1, 91154 Roth.
Bei Fragen zum Thema steht  das Personalamt, Telefon 09171/81-1316, Mail: personal@landratsamt-roth.de zur Verfügung.



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