Organ- und Knochenmarkspende


Die Ärzte des Gesundheitsamtes beraten Sie gerne über Organ- und Knochenmarkspende.

Organe Jedes Jahr erkranken ca. 2000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene so schwer, dass sie einer Transplantation von Leber, Herz, Lunge und Bauchspeicheldrüse bedürfen. In Deutschland leben allein rund 50.000 Menschen, deren Nieren nicht mehr funktionstüchtig sind, so dass sie ohne eine Nierenspende auf die Dialyse angewiesen sind. Bei vielen Patienten, die z. B. auf ein Herz oder eine Leber warten, hängt ihr Leben davon ab, dass für sie rechtzeitig ein Spenderorgan gefunden werden kann.
Dabei besteht ein großer Mangel an Spenderorganen. Bei Patienten auf der Warteliste für eine Niere beträgt die durchschnittliche Wartezeit ganze fünf Jahre.
Von diesen lebensnotwendigen Transplantationen könnten je nach Organ zwischen 39 und 71 % verwirklicht werden. Und jeden Tag sterben in Deutschland 3 Menschen, die auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen. Organspende schenkt also in der Tat Leben!

Wie läuft eine Organspende ab?

Wenn ein Mensch stirbt ist das immer ein schreckliches Ereignis. Wird dieser Mensch Organspender, so können seine Organe jedoch in vielen anderen kranken Menschen weiterleben und deren Leben retten oder ihre Krankheit therapieren. Die Voraussetzungen für eine Organspende, sind im Transplantationsgesetz des Bundes sowie den Ausführungsgesetzen der Länder genau geregelt.
Ein Patient, der mit schwersten Hirn- und oder Organschädigungen auf eine Intensivstation eingeliefert wird und trotz intensivster medizinischer Bemühungen nicht gerettet werden kann, stirbt. Zunächst müssen zwei dafür besonders qualifizierte Ärzte unabhängig voneinander bei dem potentiellen Spender den sog. endgültigen, irreversiblen Hirntod festgestellt haben. Das bedeutet, dass die Hirntätigkeit vollständig - nicht nur zum Teil wie bei einem Menschen im Koma - und absolut irreversibel erloschen sein muss.
Kommt nun dieser Mensch aus medizinischen Gesichtspunkten für eine Organspende in Betracht, was auch bei alten Menschen der Fall sein kann, so kommt es darauf an, ob der Tote Organspender sein wollte. Die erforderliche Zustimmung zur Organspende kann z.B. aus einem Organspendeausweis eindeutig hervorgehen. Trägt der Tote seinen Willen nicht in schriftlicher Form bei sich, so werden seine Angehörigen befragt werden. Ist ihnen der Wille des Toten nicht bekannt, müssen sie entsprechend dem mutmaßlichen Willen des Toten eine Entscheidung treffen. Dies ist natürlich für die Angehörigen des Verstorbenen, aber auch für den Arzt, der die Todesnachricht überbringen und nach der Organspende fragen muss, ausgesprochen schmerzhaft.
Im Anschluss wird die Organisationszentrale informiert und die Gentypisierung sowie ein Infektionsausschluss durchgeführt. Diese Daten werden an EUROTRANSPLANT (Deutschland, Österreich, Benelux-Staaten, Slowenien) durchgegeben. Die Organentnahme erfolgt durch ein erfahrenes Ärzteteam. Das Organ wird bis zur Transplantation konserviert. Der Leichnam wird anschließend mit angemessener Würde und Achtung versorgt. Der Organempfänger wird umgehend verständigt und für die bevorstehende Transplantation in die Klinik gebeten.


Knochenmarkspende

Bei Blutkrebs (Leukämie) besteht für die Betroffenen (jährlich ca. 9000 neu Erkrankte) eine langfristige Chance auf Heilung meist nur durch eine Knochenmarkspende. Hierbei werden Zellen (Stammzellen) aus dem Knochenmark, dem Blut oder dem Nabelschnurblut eines Spenders gewonnen, um sie dann einem Erkrankten zu übertragen. Damit der Körper die Spende auch annimmt, müssen sechs Gewebemerkmale bei beiden (Spender und Empfänger) übereinstimmen. Eine so hohe Übereinstimmung kommt sehr selten vor. Deswegen sollten möglichst viele Freiwillige in den entsprechenden Karteien gemeldet sein. Bei der Blutspende benötigt man z.B. nur die Übereinstimmung von drei Merkmalen.

Um als Spender in Frage zu kommen, müssen vier der o.g. eigenen Gewebemerkmale bestimmt werden. Sollten diese gespeicherten Daten mit denen eines möglichen Empfängers übereinstimmen, erfolgt ein erneuter Kontakt zur weiteren Abklärung.

Die Registrierung ist durch die notwendigen Untersuchungen jedoch kostenaufwändig (50 €).Diese Kosten sollten wenn möglich durch den potentiellen Spender selbst getragen werden.


Wer kann Organ- oder Knochenmarkspender sein?

Prinzipiell jeder, der auch Blut spenden kann. Wenn sich hierfür genau so viele Personen zur Verfügung stellen würden, bräuchten viele Patienten nicht so lange auf ein Spender-Organ oder Knochenmark warten. Auch müssten viele Patienten nicht zur Dialyse oder andere Zwischenlösungen wie langwierige Chemotherapien wahrnehmen, die die Lebensqualität massiv einschränken.

Bei speziellen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihr Gesundheitsamt, dort erhalten Sie auch Organspendeausweise.




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generiert am 04.04.2020 00:18:15 ­