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Mit „Filialen“ näher zu den Ratsuchenden


Was tun, wenn schnell ein Pflegeplatz gebraucht wird, weil der Schwiegervater einen Schlaganfall hatte? Und wo muss die Rehabilitation beantragt werden? Gibt es finanzielle Hilfen für ein Krankenbett? Für diese und viele ähnliche Fragen gibt es im Landkreis Roth seit Anfang des Jahres mit dem „Pflegestützpunkt“ unter dem Dach der Kreisklinik eine unabhängige und kompetente Beratungsstelle. Nun sollen „Filialen“ in allen Landkreis-Gemeinden entstehen.

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Bei Anne Thümmler laufen dazu die Fäden zusammen. Warum dies ausgerechnet bei der Koordinatorin von „Für einander“, der Kontaktstelle für Bürger-Engagement im Landkreis, geschieht, hat einen triftigen Grund: Das Vorhaben soll nämlich mit Hilfe ehrenamtlicher Helfer „gestemmt“ werden.

Tatsache sei, führt Thümmler aus, dass der Pflegestützpunkt als Informationsstelle sehr gut angenommen werde. Allerdings habe sich im Alltag gezeigt, dass eine ganze Reihe von Ratsuchenden Probleme haben, ins Büro des Pflegestützpunktes zu kommen; sei es, weil sie zu gebrechlich sind, oder weil beispielsweise die Anbindung mit öffentlichem Verkehrsmittel für sie nicht geeignet ist. Andererseits ist es nicht finanzierbar, die Arbeit des Pflegestützpunktes mit Hauptamtlichen flächendeckend und wohnortnah anzubieten.

Darum, so die Grundidee, sollen nun in Zusammenarbeit mit dem Pflegestützpunkt und den Landkreis-Gemeinden vor Ort Ansprechpartner und eine Anlaufstelle für ein erstes Beratungsgespräch gefunden werden. Die Kommunen sollten lediglich die „Infrastruktur“ bereit stellen; also beispielsweise einen Büroraum samt PC und Telefon – und das mindestens zweimal pro Monat. „Bei Bedarf auch gerne mehr, “ führt Anne Thümmler weiter aus. Darüber hinaus sei es sinnvoll, wenn die Gemeinde über ihr Netzwerk daran arbeitet, diese „Beratungs-Filiale“ bekannt zu machen und zu etablieren, erläutert die Koordinatorin, die deshalb das Projekt erst vor kurzem in der jüngsten Dienstbesprechung der Landkreis-Bürgermeister vorgestellt hat.

Anne Thümmler will wiederum über „Für einander“ versuchen, ehrenamtliche Helfer – pro Gemeinde mindestens zwei – zu finden. Diese könnten dann über die hauptamtlichen Kräfte des Rother Pflegestützpunktes erst geschult, später auch in der Arbeit fachlich begleitet werden, wenn sie dann selbst, vor Ort, Hilfesuchende beraten. „Ein Gewinn für alle Beteiligten“, urteilt  die „Für einander“-Koordinatorin mit Blick auf dieses Modellvorhaben.

Das könnte übrigens gleich noch Pate stehen für eine weitere Zukunftsvision Anne Thümmlers. Sie will nämlich den „Filial-Gedanken“ nicht nur in Kooperation mit dem Pflegestützpunkt weiter ausbauen. Sondern auch für ihre eigene „Kontaktstelle“; „Für einander“ soll also ebenfalls mit Ansprechpartnern in allen Gemeinden des Landkreises vertreten sein. „Und nicht allein zentral unter dem Dach des Landratsamtes“, macht Thümmler deutlich.

Auch hier liegen ihrer Ansicht nach die Vorteile auf der Hand: Vor allem wenn es in einer Kommune noch keine Art Koordinationsstelle für ehrenamtliches Bürger-Engagement gebe. Die Außenstellen in Person eines ebenfalls ehrenamtlichen Mitarbeiters (oder auch mehrerer Helfer), könnten vor Ort entsprechende Aktivitäten bündeln und darüber hinaus über die Gemeindegrenzen hinweg  untereinander an einer besseren Vernetzung aller bürgerschaftlicher Aktivitäten innerhalb des Landkreises arbeiten.

So manch gute Initiative könne mit Sicherheit auf diese Weise schneller und effektiver in die Tat umgesetzt werden als wenn dies alleine über ihre Stelle in Roth laufe, betont Anne Thümmler. Ansätze in diese Richtung gebe es bereits. Nicht nur in punkto Kooperation mit der Pflegestützpunkt. Das Thema „Kinderbetreuung“ und die Aktion „Alltagshelden“, die sich (wie berichtet) für mehr angemeldete Aushilfsjob-Stellen einsetzt, sind weitere Beispiele dafür, wie „Für einander“ in die Gemeinden hinein wirken kann und will.

Tatsächlich gebe es im Landkreis ein sehr vielfältiges Bild von ehrenamtlichem Engagement. „Für einander“ wolle dies mit Partnern vor Ort weiter fördern, gestalten und miteinander vernetzen, führt die Koordinatorin weiter aus, die den Bürgermeistern mit auf den Weg gab, dass sie den Gemeinden gerne mit Rat und Tat zur Seite stehe; ob bei konkreten Projekten, bei der Suche nach ehrenamtlichen Helfern und deren Fortbildung oder als Beraterin, wenn es darum geht, vor Ort dem bürgerschaftlichen Engagement Struktur zu geben.



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generiert am 18.01.2020 08:23:42 ­