Veröffentlicht am 22.02.2005

Landrat Eckstein: "Schließung von Hauptschulen verhindern!"


Die Elternbeiräte der Volksschulen im Landkreis Roth wurden von Landrat Herbert Eckstein zu einer Gesprächsrunde über die Neuorganisation der Hauptschulen eingeladen. Einsilbiger Tenor: „Keine voreilige Schließung von Teilhauptschulen oder gar Hauptschulen. Es muss örtlich vertretbare Lösungen geben“.

Aderlass der Hauptschulen durch R 6

Zu Beginn der Veranstaltung gab Schulreferent Bernd Krämer den Elternbeiräten einen Überblick über die Entwicklung der Schülerzahlen 1994 bis 2004 an den Volksschulen. Im Schuljahr 1994/1995 besuchten 1.326 Schüler die 4. Jahrgangsstufe der Grundschule. Zum Ende des Schuljahres traten 29 % der Grundschüler in die 5. Jahrgangsstufe des Gymnasiums über, so dass an der Hauptschule 71 % der Grundschüler verblieben. Durch die Einführung der 6-stufigen Realschule habe sich die Schullandschaft gravierend verändert, erklärte Krämer. Jetzt besuchen 1.410 Schüler die 4. Jahrgangsstufe der Grundschule. Zum Ende des Schuljahres traten jedoch 36 % der Grundschüler zum Gymnasium und 20 % zur sechsstufigen Realschule (R 6) über, so dass jetzt nur noch von 44 % der Grundschüler oder 27 % weniger als noch vor zehn Jahren die 5. Klasse besuchen. Hier zeige sich ein Aderlass der Hauptschulen vor allem durch die R 6. 

Hauptschulreform vorgestellt

Schulamtsdirektor Anton Horbaschek stellte unter Berücksichtigung dieser Aspekte die vom Bayerischen Landtag im Juli 2004 beschlossene Hauptschulreform vor, die eine Auflösung aller bayerischen Teilhauptschulen I und die Zusammenfassung der Jahrgangsstufen 5 bis 9 vorsieht. Vom Kultusministerium wurde dies damit begründet, dass zum Schuljahresbeginn 2004/2005 sowohl die Einführung der sechsstufigen Realschule, als auch der Aufbau der M-Züge an der Hauptschule abgeschlossen sei. Im Landkreis Roth seien von der Schließung die Teilhauptschulen I in Meckenhausen, Eckersmühlen, Schwanstetten und Röttenbach-Mühlstetten betroffen, wobei es keine Rolle spielt, ob die Schülerzahlen in den Jahrgangsstufen 5 und 6 zur Bildung von eigenen Klassen ausreichen oder nicht. An den Hauptschulen in Spalt, Büchenbach und auch Thalmässing sei auf Grund der Schülerzahlenentwicklung die Zukunft der Hauptschule ebenfalls ungewiss, weil auch die Schülerzahlen einzelner Jahrgangsstufe mittel- oder langfristig unter 15 Schüler fallen könnten.

Wohnortnahe Beschulung erhalten

"Der rapide Sparkurs der Staatsregierung geht zu Lasten der Kinder", sagte Landrat Herbert Eckstein. In Schulen, wo die Schülerzahlen stimmen und optimale räumliche Voraussetzungen bestehen, muss weiterhin eine wohnortnahe Beschulung im Hauptschulbereich möglich sein. Mit der Umsetzung der beschlossenen Hauptschulreform geht die bewährte ortsnahe Beschulung verloren, mutmaßt Eckstein. Vernünftige Veränderungen gehen im Interesse der Kinder nur im Zusammenwirken von Eltern und Kommunen. Es wird nur noch „übergestülpt“. Der Mut zu vernünftigen Einzelfallentscheidungen fehlt, was am Beispiel der Teilhauptschule Schwanstetten deutlich wird. Dort könnten aufgrund der Schülerzahlen weiterhin eigene Klassen für die Jahrgangsstufen 5 und 6 gebildet werden. Trotzdem müssen die Schüler aufgrund der rechtlichen Vorgaben des Kultusministeriums künftig in Rednitzhembach beschult und verwaltet werden, obwohl diese Klassen ohne weiteres auch von der Schulleitung Schwanstetten geführt werden könnten.

 



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