Veröffentlicht am 09.03.2005

Neue Chancen für Partnerschaften mit Frankreich


Viele Partnerschaften zwischen den Städten und Gemeinden haben die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlich geprägt und gefördert. Leider geht die Zahl der Franzosen, die Deutsch lernen wollen seit Jahren dramatisch zurück. Frankreichs Ziel, die Zahl der „Deutschlerner“ in den nächsten 10 Jahren um 50 % zu erhöhen, bringt neue Chancen für Partnerschaften mit Kommunen und Schulen.

Vier Frankreich-Partnerschaften im Landkreis

Beispiel einer funktionierenden, lebendigen deutsch-französischen Partnerschaft ist die Verbindung zwischen der Marktgemeinde Wendelstein und der Stadt St. JunienVon rund 4.000 Verbindungen deutscher Kommunen wurden rund 37% mit französischen Städten und Gemeinden geschlossen. Dies zeigt die gewachsene deutsch-französische Freundschaft. Im Landkreis Roth bestehen vier von 14 kommunalen Partnerschaften mit Frankreich. Zu den Partnerschaften von Allersberg, Hilpoltstein, Schwanstetten und Wendelstein kommen noch die vier Partnerschaften der Gymnasien und Realschulen in Hilpoltstein und Roth mit französischen Schulen hinzu. Diese Partnerschaften führen die Menschen zusammen. Freundschaften mit Franzosen gewinnen zunehmend an Bedeutung, da die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern immer enger werden, sagt Landrat Herbert Eckstein.

Deutsch an französischen Schulen seltener gelernt

Leider geht seit Jahren die Zahl der Franzosen, die Deutsch lernen, dramatisch zurück. In den letzten 10 Jahren ist in Frankreich in der Sekundarstufe die Zahl der "Deutschlerner" um ein Drittel auf weniger als 1 Million gefallen. Diese Entwicklung wird, so Eckstein, für die Unternehmen in Frankreich zunehmend zu einem Problem. Es werden nämlich gegenwärtig von der französischen Wirtschaft händeringend Mitarbeiter gesucht, die Deutsch sprechen. Immerhin ist Deutschland für Frankreich der bei weitem wichtigste Wirtschaftspartner. Frankreich importiert von Deutschland Waren im Wert von rund 48,6 Mrd. Euro jährlich. Umgekehrt belaufen sich die Exporte Frankreichs zu uns auf 42,5 Mrd. Euro. Allein 350.000 Jobs in Frankreich hängen vom Export nach Deutschland ab. 29 % der französischen Ausfuhren werden in Deutsch, 31 % in englischer Sprache und nur 5 % in Spanisch abgewickelt. Trotzdem hat Spanisch der deutschen Sprache in Frankreich längst den Rang abgelaufen.

Partnerschaft im Franzosen intensivieren

Diese Entwicklung ist für den Landrat ein Signal, die Partnerschaftsarbeit mit französischen Kommunen und Schulen zu forcieren. Gerade die Schulen, die durch regelmäßige Austauschmaßnahmen die Freundschaft zwischen Deutschen und Franzosen stark fördern, seien hier wichtige Imageträger, weil bei manchen Franzosen Deutsche noch immer als „arrogant, kalt und autoritär" gelten. Landrat Eckstein wünscht sich, dass diesem Vorurteil durch imagebildende Maßnahmen entgegen gewirkt wird. Damit die französischen Eltern ihre Kinder Deutsch als Fremdsprache lernen lassen, hänge nicht allein von den Berufsperspektiven ab. Es gelte die vielen positiven Erfahrungen z.B. von Austauschschülern oder Kontakten zwischen Deutschen und Franzosen noch stärker zu nutzen, hat doch ein französischer Austauschstudent es nach einem Deutschlandbesuch einmal sehr treffend formuliert: „Die Deutschen sind offen und gastfreundlich. Sie sind ganz anders als ich früher gedacht habe“.

Neue Chancen für Partnerschaften

Frankreichs Ziel, die Zahl der Deutsch-Lernenden innerhalb der nächsten 10 Jahre um 50 % zu erhöhen, ist eine neue Chance für die weitere Entwicklung von Schulpartnerschaften wie auch der Freundschaften der Kommunen. Landrat Eckstein: „Ich appelliere an alle Schulen und Kommunen, die Freundschaften mit Franzosen unterhalten, ihr partnerschaftliches Engagement zu verstärken.



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