Veröffentlicht am 19.07.2018

Hornissen - besser als ihr Ruf


Die Hornisse – das größte staatenbildende Insekt Europas. Sie ist die Naturpolizei im Ökosystem. Bis zu einem Pfund Insekten, wie Fliegen und Raupen werden pro Tag und Bau zur Aufzucht ihrer Brut gefangen. Auch vor einer Wespe macht die Hornisse keinen Halt. Die gefangene Menge entspricht so viele Insekten, wie zum Beispiel 4-5 Meisenpärchen zusammen fangen. Sie tragen dazu bei, dass Massenvermehrung von Schädlingen verhindert wird. Selbst ernähren sich die Hornissen von Baumsäften.

Völlig zu Unrecht ist die Hornisse als aggressiv und gefährlich verrufen und wird auch heute noch verfolgt. Die vom Aussterben bedrohten InsektenSehr selten und geschützt sind die Hornissen, die darum auch nicht selbst bekämpft werden dürfen. Das kann gesundheitliche und juristische Konsequenzen haben. Aber die Untere Naturschutzbehörde und die ehrenamtlichen Hornissenberater des Landkreises können bei Problemen helfen. Foto: L. Seifert  sind nicht mehr oder weniger gefährlich als Wespen oder Bienen. Allerdings sollten gerade jetzt, in der „Nestbau-Phase“, ein paar Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, um nicht doch unliebsame Bekanntschaft zu machen mit den „Verteidigungsmechanismen“ einer Hornisse.

 

Zusammenleben möglich

Hornissen bauen normalerweise in Baumhöhlen ihre Nester. Da dieser Lebensraum mittlerweile ziemlich dezimiert ist, beziehen Hornissen aus Nistplatznot Vogelnistkästen, Rollokästen, aber auch Carports und Schuppen. In den meisten Fällen können die Nester am Standort verbleiben. Die Nester der Hornissen sind nur einen Sommer bewohnt und spätestens nach den ersten Nachtfrösten leer. Die Arbeiterinnen sterben ab und nur die Königinnen überwintern, um im Frühjahr an anderen Orten neue Völker zu gründen. Die alten Nester werden nicht wieder bezogen.

Bei Beachtung einiger Verhaltensweisen ist ein Zusammenleben mit Hornissen gefahrlos möglich. Hornissen sind von Natur aus nicht aggressiv. Bis ca. 4 Meter um den Nestbereich herum jedoch reagieren Hornissen auf Störungen wie Verstellen der Flugbahn, Erschütterungen der Wabe, Manipulationen am Flugloch und heftige Bewegungen empfindlich. Zum Teil wehren sie sich mit Angriffen, denen man sich aber durch das Verlassen des Nestbereichs leicht entziehen kann. Ruhige, gelassene Bewegungen sind immer möglich. Eine Vergrämung der Tiere ist meist nicht möglich. Das ständige bewegen der Rollos zum Beispiel hat eine gegenteilige Wirkung, da das Nest zerstört wird und die Tiere aggressiver reagieren.

Das Anbringen eines Insektengitters an Fenstern und Terassentüren oder das Nachrüsten von Rollkästen mit Dämmungsleisten verhindert das Einfliegen in die Wohnräume und die Neststandortsuche im Frühjahr.

Beachtet man diese Verhaltensregeln, besteht keine Gefahr für den Menschen.

 

Hornissenstich ist nicht gefährlicher als Bienenstich

Das Gift der Hornissen dient ihr zur Insektenjagd und ist nicht gefährlicher als Bienengift, eher ungefährlicher. Untersuchungen haben ergeben, dass die toxische Wirkung des Hornissengiftes so gering ist, dass normal empfindliche Menschen zahlreiche Stiche ohne Folge überstehen. Sollte es doch einmal zu einem Stich kommen, braucht man nicht in Angst oder gar Panik geraten. Ein altes Hausrezept schafft schnell Linderung. Man halbiert eine Zwiebel und reibt damit sofort einige Zeit die Einstichstelle ein. Sehr wirksam ist auch die Stichstelle mit gerade noch erträglicher Hitze zu behandeln (Lappen mit Heißwasser auflegen). Im Fachhandel gibt es auch einen Insektenstichheiler zu kaufen, der nach dem Prinzip Hitze arbeitet.

Anders ist dies bei Menschen, die gegen das Giftsekret der Hornisse allergisch sind. Bei ihnen kann es auch schon durch einen Stich zu gefährlichen allergischen Reaktionen kommen.

 

Hornissen sind geschützte Arten

Hornissen gehören nach der Bundesartenschutzverordnung zu den besonders geschützten Tierarten. Es ist verboten, diese Tiere unnötig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen oder gar zu töten. Auch dürfen ihre Nester nicht unnötig entnommen, beschädigt oder zerstört werden.

Sollte das Zusammenleben mit den Hornissen trotzdem einmal nicht möglich sein, wird einer der vier ehrenamtlichen Hornissenberater des Landkreises Roth bei einem Ortstermin die Größe des Volkes und die Lage des Nestes feststellen und die weitere Vorgehensweise besprechen. In frühen Stadien des Nestbaus kann ausnahmsweise, z.B. bei bestehender Allergie gegen Hornissenstiche, Nähe zu Kinderspielplätzen oder Altersheimen eine Umsetzung erfolgen. In Einzelfällen kann eine Ausnahme zur Beseitigung erforderlich sein. Hierzu ist eine Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde erforderlich.

 

Ansprechpartner

Im Landkreis Roth wenden Sie sich bei Problem beim Zusammenleben mit den Tieren an die Ansprechpartnerin bei der – unteren Naturschutzbehörde-, Frau Ingrid Küttinger, Telefon 09171/81-1433.



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