INFOS ZU DEN SPENDENAKTIONEN FRÜHERER JAHRE
Veröffentlicht am 11.12.2012

Grenzenlose Hilfe


Ein Ziel, zwei sozial komplett unterschiedliche Welten, drei Kontinente, vier Projekte – das ist in Schlagworten die Landkreis-Spendenaktion „Jeder Bürger ein Euro 2012/13“. „Geld ist natürlich nicht alles. Aber mit Geld lassen sich scheinbar unmögliche Dinge möglich machen, können wir Menschen Hoffnung in einem für sie manchmal hoffnungslosen Alltag geben“, wirbt Schirmherr Landrat Herbert Eckstein um möglichst viele Unterstützer.

Afrikanische Kinder in der renovierungsbedürftigen Schule des Ampo-WaisenhausesHilfe, die ankommt. Unbürokratisch, auf direktem Weg, nachhaltig wirkend und die immer auch Hilfe zur Selbsthilfe sein will. Dieses Prinzip ist so alt wie die Spendenaktion selbst, also knapp 30 Jahre. Und doch so aktuell wie einst. Weil Not, Armut, soziale Ungerechtigkeit nichts von ihren fatalen Dimensionen verloren haben. Und dennoch lässt sich dagegen erfolgreich ankämpfen.

Bestes Beispiel dafür: Kathrin Rohde und ihr Verein Sahel e.V. mit ihrem Hilfsprojekt Ampo. Die Deutsche hat vor fast drei Jahrzehnten in Ouagadougou/Burkina Faso ein neues Leben begonnen und arbeitet seitdem – aus ganz kleinen Anfängen heraus – an einem ganz eigenen Dorf. Hier haben Waisenkinder und Kranke genauso ihren Platz, wie junge Männer, die in ökologischer Landwirtschaft  unterrichtet werden, um ihr Wissen in ihren Heimatdörfern praktisch und ökonomisch umzusetzen oder junge Frauen, die in einer Nähwerkstatt lernen, um später wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen zu können.

Es hat sich seit Kathrin Rohdes Ankunft viel zum Positiven verändert – auch dank der Landkreis-Spendenaktion „Jeder Bürger ein Euro“, mit der „Mama Tenga“, wie die gebürtige Hamburgerin in ihrer afrikanischen Heimat genannt wird, seit gut eineinhalb Jahrzehnten unterstützt wird. Das ist die gute Nachricht. Aber: Es gibt noch immer viel zu tun.

Im Fall von Ouagadougou, dem „Projekt I“ der aktuellen Spendenaktion, ist dies sogar buchstäblich zu nehmen. Das derzeit drängendste Problem: Die kleine Schule, die zum Ampo-Waisenhaus gehört. Ampo-Sprecherin Sabine Duwe schreibt: „Leider fällt das Dach zusammen, die Tische und Bänke wackeln, neue Fenster müssten her …“. Und doch kämen die derzeit rund 120 Kinder und Jugendlichen gerne, „weil es in Afrika ein Privileg ist, zur Schule zu gehen“, so Duwe. „Wir alle wissen – auch unsere Schützlinge – wie wichtig die Schulbildung ist. Weil es erst mit ihr gelingen kann, einen Weg aus der Armut zu finden.“

An Idealismus und Engagement fehlt es also nicht. Es hapert „nur“ an den Rahmenbedingungen. Und die ließen sich zum Preis eines Kleinwagens – Ampo spricht von 15 000 Euro – so entscheidend verbessern, dass davon sowohl die Lernschwächsten als auch die Jugendlichen, die sogar das „Zeug“ für einen Uni-Besuch hätten  - sie alle werden in der kleinen Dorfschule in „Schichten“ unterrichtet – profitieren.

Ein ganzes Dorf profitiert

Kleine Ursache, große Wirkung – dies trifft auch auf die drei weiteren Hilfsprojekte zu, die in den nächsten Wochen und Monaten im Fokus von „Jeder Bürger ein Euro“ stehen.

Dass umweltverträglicher Landbau das Leben eines ganzen Dorfes – im positiven Sinne - auf den Kopf stellt, beweist „Projekt II“. Mit „Jeder Bürger ein Euro“ soll damit eine Initiative der Hilfsorganisation „terre des hommes“ in Andhra Pradesh/Südwestindien unterstützt werden.

Jeweils über drei Jahre werden ausgesuchte, kleine ländliche Gemeinden und ihre Kleinbauern in Theorie und Praxis begleitet. Das Ziel: Eine umweltverträgliche und nachhaltige Bewirtschaftung; also wird beispielsweise Brachland aufgeforstet, wird der chemische Spritzmitteleinsatz drastisch reduziert zu Gunsten organischer (billigerer) Alternativen, wird auf Saatgut umgestellt, das den Bodenverhältnissen besser entspricht.
Weniger verschuldete Kleinbauern, Frauen, die das Grundwasser des Dorfes wieder nutzen können, Familien, die jetzt im eigenen Garten Obst und Gemüse für den Eigenverbrauch anbauen, gesündere Kinder – die vielen positiven Konsequenzen waren selbst für die Initiatoren verblüffend.

Doch ohne Geld geht es nicht. 50 000 Euro kostet es im Jahr, soll ein solches Projektdorf (dauerhaft) fit für den ökologischen Landbau gemacht werden. Es lässt sich aber schon mit weitaus weniger viel erreichen: So kostet es rund 100 Euro, um einen Hektar verödetes Brachland hochwertig aufzuforsten. So gesehen kann „Jeder Bürger ein Euro“ sehr viel zu diesem nachhaltigen Projekt beitragen.

Nachhaltig – das ist auch das Stichwort für „Projekt III“. Mit der Landkreis-Spendenaktion 2012/13 wurde die Armenapotheke von Durres/Albanien mit ihrer Patenorganisation, der Kriegskindernothilfe Roth, buchstäblich vor dem „Aus“ gerettet. Bei der Arbeit vor Ort lernte Kurt Amert, Geschäftsführer der Kriegskindernothile, auch Dr. Kristo Huta und sein Team kennen. Buchstäblich Tag und Nacht sind der Arzt und seine Helfer unterwegs, um mittellosen Schwerstkranken Medikamente zu bringen und ihr Leiden erträglich zu machen - umsonst. Und weil der Staat für „solche“ Menschen nichts übrig hat. Erst Recht kein Geld.


Die Schmerzen lindern

Nur: Ohne Geld geht es nicht. „Es fehlt oft am Nötigsten. Und wenn es nur Verbandmaterial im Wert von wenigen Euro ist, mit denen die Bettlägerigen täglich verbunden werden müssten“,  erzählt Amert. Hier nun soll und könnte „Jeder Bürger ein Euro“ beitragen, dass Menschen – angefangen vom schwerstbehinderten Kind bis hin zum krebskranken Greis – geholfen werden kann, ihr Schicksal mit so wenig Schmerzen wie möglich ertragen müssen.

Weniger um die physische als um die psychische Gesundheit geht es bei Projekt IV - dem Umbau und der Umorganisation eines Waisenhauses in Mgolole/Tansania in ein Dorf nach dem Vorbild der SOS-Kinderdörfer. Pate steht hier Olga Abt aus Ebenried. Sie verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft mit der Ordensschwester Veronika, einer heute 78-jährigen Afrikanerin, die vor 50 Jahren mit Olga Abt in Neumarkt eine Hebammen-Ausbildung absolvierte. Heute arbeitet sie in Mgolole mit ihren Mitschwestern in einem Waisenhaus, in dem derzeit rund 40 Jungen und Mädchen leben, darunter auch Kinder, die an Aids erkrankt sind.

Olga Abt, die erst im Sommer wieder in Tansania war: „Die Kinder können unter den bestehenden Umständen nur aufbewahrt werden. Satt und sauber – mehr geht nicht“, lautet ihre bittere Bilanz. Eine Einschätzung, die ihre Freundin Schwester Veronica und deren Mitschwestern ohne Wenn und Aber unterstreichen. Sie alle wollen an der Situation etwas ändern. Und haben ihre Ideen bereits zu Papier gebracht.

Der Plan steht

Der Plan: Das Haus soll in eine Art Kinderdorf mit kleinen, betreuten Wohngruppen umgebaut werden. Wie gesagt: Das Konzept steht, nicht aber die kleinen Häuschen, die das große Waisenhaus „ablösen“ sollen.

Hier könnte „Jeder Bürger ein Euro“ ein Projekt mit anschieben, das in das Leben von Kindern Hoffnung, Zuversicht, Liebe und Geborgenheit bringt.

Wie gesagt: Geld ist im Leben nicht alles. „Doch können wir mit unserem Geld dafür sorgen, dass das Leben für andere Menschen ein Stück reicher an Hoffnung und Zuversicht wird,“ so Landrat Herbert Eckstein.

Information:

Folgende Spendenkonten sind – wie auch die vergangenen Jahre – eingerichtet:
Konto 18 18 18, BLZ 764 500 00 (bei allen Sparkassen im Landkreis Roth)
Konto 150 150, BLZ 764 600 15 (bei der Raiffeisenbank Roth-Schwabach)



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generiert am 19.02.2020 07:20:24 ­