
15 Jahre Pflegestützpunkt
Rundum-Service – Mit Herz, Zeit und Verstand
Stand: 01.02.2026
Kein „Es war einmal“, aber „ein klassischer erster Kontakt“. Schlecht wäre es nicht, so eine Patientenverfügung zu haben, erinnert sich Helga Schauster an ihren ersten Berührungspunkt mit dem Pflegestützpunkt Roth. Den hatte sie damals aufgesucht, als sie sich um die entsprechenden Dokumente kümmern wollte. Jahre später sollte sich das als Glücksfall erweisen. Als ihr Mann einen Schlaganfall erlitt, wusste sie sofort, wo sie sich hinwenden kann. „Die helfen immer“, sagt die 81-Jährige dankbar.
Weil dem so ist, erzählt sie das gerne weiter. „Ich hab‘ schon viele hergeschickt.“ Oft trifft sie Menschen im Treppenhaus und erlebt deren Zögern. „Dabei gibt es dafür überhaupt keinen Grund“, betont sie. Auch Gerhard Kunz und Petra Lobenwein, die schon seit vielen Jahren in Diensten des Pflegestützpunkts stehen, kämpfen nach wie vor gegen vermeintliche Hemmschwellen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. „Zu uns kann jeder mit seiner Situation und seinen Sorgen kommen.“
Der 15. Geburtstag ist eine gute Gelegenheit, das wieder einmal hervorzuheben. Und „Kunden“ wie Helga Schauster zu Wort kommen zu lassen. Die schwärmt nicht nur in höchsten Tönen von Antworten auf ihre konkreten Fragen und praktischen Tipps, sondern auch den Vorträgen und Veranstaltungen, die der PSP regelmäßig anbietet. „Ich bin Stammgast“, verrät sie. Und, dass sie meist eine Freundin mitnimmt, die sie letztlich über den Pflegestützpunkt kennengelernt hat. Beide eint das Schicksal: Sie kümmern sich mit Hingabe um ihre Ehemänner.
Dass Helga Schauster wenig Hilfe in Anspruch nimmt, liegt an dem engen familiären Netzwerk, auf das sie zurückgreifen kann. Dennoch ist es für die Heideckerin wichtig, über entsprechendes Wissen zu verfügen. „Das habe ich dem Pflegestützpunkt zu verdanken.“
Dann ist da eine weitere Schnittstelle: Seit mittlerweile 18 Jahren ist sie ehrenamtlich als Demenzbegleiterin tätig und besucht Männer und Frauen in der Kreisklinik. „Ich wollte was Sinnvolles tun, als ich in Rente gegangen bin.“ Auch da war es Petra Lobenwein, die ihr ungewollt diese Tür öffnete. „Ich wusste gleich, das ist was für mich“, sagt Schauster.
Die Besuche auf den Krankenhausstationen sieben, neun und zehn seien ganz unterschiedlich, mal fröhlich, mal traurig, aber immer berührend, erzählt sie. „Und sie lenken ab vom Alltag.“ Ein Punkt, der auch dem vierköpfigen PSP-Team sehr am Herzen liegt. Das hat schon (zu) oft erlebt, dass Angehörige ihre Grenzen überschreiten. „Dann ist keinem mehr geholfen, am wenigsten dem Pflegebedürftigen.“ Genau der bleibt dann nämlich auf genau der Strecke. „Lieber rechtzeitig für Entlastung und Freiräume sorgen.“
Das kann eine Tagespflege sein oder eine Haushaltshilfe. Da kommen wieder das Gespür und die passgenaue Beratung zum Tragen, die sie im Pflegestützpunkt an den Tag legen. Was für den einen passt, ist für den anderen ein Hemmschuh. „Deswegen sind uns die Gespräche und die Zeit mit unseren Klienten so wichtig“, betonen Petra Lobenwein und Kerstin Fink, die seit gut zehn Jahren zum Team gehört.
Ein weiterer großer Tätigkeitsbereich ist „der Papierkram“. Pflegestufe, Landespflegegeld oder einen Schwerbehindertenausweis, einen Widerspruch formulieren. Klingt nach Rundum-Service – und ist es auch. Mit Herz.
Pflegestützpunkt
Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch: 08:00 - 13:00 Uhr
Donnerstag: 13:00 - 18:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 12:00 Uhr
Beratungstermine mit vorheriger Terminvereinbarung