
Freistaat fördert Pflege
Landkreisprojekt erhält fast 430 000 Euro vom Bayerischen Gesundheitsministerium
Stand: 26.08.2026
Zusammenarbeit aller wichtigen Akteure rund um die Pflege wird weiter ausgebaut und gemeinsame Lösungen entwickelt
Zunächst ist es nur eine Summe auf einem symbolischen Scheck. Dieser, ausgestellt vom Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, ermöglicht dem Landkreis Roth allerdings einen Quantensprung. Denn gute Pflege entsteht nicht alleine in einem Pflegeheim oder Krankenhaus – sie braucht ein starkes Netzwerk. Unter dem Arbeitstitel „Pflegekonferenz“ möchte der Landkreis die Zusammenarbeit aller wichtigen Akteure rund um die Pflege weiter ausbauen.
Die Pflegekonferenz – der Auftakt ist für die zweite Novemberhälfte terminiert - verfolgt vor allem ein Ziel: Vertreter aus Pflegeeinrichtungen, ambulanten Diensten, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Schulen, Ehrenamt, Politik und Co. an einen Tisch zu bringen, um gemeinsame Lösungen für die Herausforderungen zu suchen, die das Thema Pflege mit sich bringt. Folglich ist man im Landratsamt mehr als froh über die Förderzusage für das Projekt.
Und das stattlich: Mit 422 895 Euro unterstützt das Staatsministerium aus seinem Förderprogramm „Gute Pflege in Bayern – GutePflegeFöR“. Dieses soll kommunale Strukturen und die häusliche Pflege stärken. Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach betont: „Es ist mir ein Herzensanliegen, moderne und passgenaue Strukturen und Konzepte zu fördern. Deshalb investieren wir kontinuierlich über unser Programm ‚Gute Pflege in Bayern‘ in Projekte, die neue Angebote und Infrastruktur schaffen, die genau das ermöglichen: zu Hause gepflegt zu werden, selbstbestimmt leben, auch wenn Unterstützungsbedarf besteht.“
Die Pflegekonferenz im Landkreis Roth soll nicht nur die Beteiligten zusammenbringen, sondern entwickelt aus den Bedarfen gemeinsame Lösungen und setzt diese um. Ein Schwerpunkt der Arbeit wird das Projekt „Do you care?“ sein, das Acht- und Neuntklässlern Pflegeberufe näherbringt und so gegen den zunehmenden Fachkräftemangel angeht. Dafür arbeiten Schulen, Pflegeschulen, ambulante Dienste, stationäre Einrichtungen und die Kreisklinik eng zusammen.
Ein weiterer Baustein ist die aufsuchende Sozialarbeit für Seniorinnen und Senioren. Sie soll ältere Menschen, die allein leben und Unterstützung benötigen direkt erreichen, über Hilfsangebote informieren und zu passenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten lotsen. Gleichzeitig fließen die Erfahrungen und Bedürfnisse der Bürger und Bürgerinnen unmittelbar in die Arbeit der Pflegekonferenz ein.
Gerlach fügt hinzu: „Die Pflegekonferenz im Landkreis Roth bietet die perfekte Plattform vor Ort, um gemeinsam passgenaue Strukturen und Lösungen zu entwickeln. So begrüße ich es, dass das Projekt bereits in der Schule ansetzt und Pflegeberufe näherbringen möchte. Denn klar ist: Die Pflege ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – dafür braucht es lösungsorientierte Ansätze.“
Landrat Ben Schwarz steht gleichsam voll hinter dem Förderprojekt und unterstreicht: „Die Pflege steht vor großen Herausforderungen. Mit der neuen Pflegekonferenz schaffen wir eine Plattform, auf der alle Beteiligten ihr Wissen bündeln und gemeinsam Lösungen entwickeln können. Dass der Freistaat dieses Vorhaben unterstützt, ist eine wichtige Anerkennung für das Engagement des Landkreises und ein Gewinn für unsere Bürgerinnen und Bürger.“
Die Förderung des Freistaats ermögliche es, neue Ideen nicht nur zu entwickeln, sondern sie auch in die Praxis umzusetzen. Er verweist in diesem Zusammenhang auf den bereits seit 15 Jahren bestehenden Pflegestützpunkt des Landkreises, das Angebot der Seniorenfürsorge und die erfolgreiche Netzwerkarbeit der Gesundheitsregion plus.
Gesundheitsregion plus
Geschäftsstelle Gesundheitsregion Plus