
Jungs in der Verwaltung, Mädchen in der Gärtnerei
Über 20 Schülerinnen und Schüler nutzen den Girls‘ und Boys‘ Day, um am Landratsamt in Berufsbilder einzutauchen
Stand: 03.04.2025
Ob es den jungen Mädchen, die da mit dem Rechen hantieren, in einigen Jahren so geht wie Helene? Die hatte nämlich einst beim Girls‘ Day am Landratsamt „reingeschnuppert“ – und steht jetzt als Auszubildende in dessen Diensten. Kein Wunder, dass die angehende Verwaltungsfachkraft am Donnerstag als begehrte Ansprechpartnerin zur Verfügung stand – gemäß dem Motto „verdrehte“ Welt allerdings für Jungs.
Die wurden von Helene und ihren Kolleginnen im Sitzungssaal empfangen, wo sie einen ersten Überblick in das Berufsbild bekamen, ehe es in einzelne Sachgebiete ging. „Verwaltung klingt erst mal öde, ist es aber nicht, weil man es mit Menschen zu tun hat“, gab Landrat Ben Schwarz den Schülern mit auf den Weg durchs Haus.
Er animierte die „Tagespraktikanten“, die Chance zu nutzen und möglichst viel mitzunehmen und „jedem, der euch begegnet, Löcher in den Bauch zu fragen“. Zum Gedanken des Girls‘ und Boys‘ Day meinte er: „Es gibt keinen Beruf, der nur von Frauen oder Männern ausgeübt werden kann. Seid gegebenenfalls mutig!“.
Zwischen zwölf und 16 Jahre alt waren die Jungs, von denen vier sogar aus Nachbarlandkreisen kamen. In der Mädchengruppe, die am Historischen Eisenhammer in Eckersmühlen das Aufgabengebiet Bauhof/Gärtnerei kennenlernte, sind zwei in oder bei Nürnberg zuhause. Sie durften zwei (Wild)Blumenflächen anlegen – was besagtes Rechen voraussetzte. Denn erst, als das „Beet“ bereinigt und aufgelockert – das übernahm mit Helmut Schmitt ein altgedienter Profi samt Maschine – konnten die „Girls“ den Samen in der Erde verteilen. Später ging es dann in den Bauerngarten, um diesen frühlingsfit zu machen. „Wir haben uns im Team überlegt, welche Arbeiten ohnehin anstünden“, erklärt Stefan Distler, einer der Landkreis-Gärtner und einer der Anleiter. Die Blühwiesen seien zudem ein lang gehegter Wunsch gewesen, ergänzt er. „Die Infotafel dazu ist auch schon fertig“, fügt Robert Mullee an.
War Daniela Liesenberg, Ausbildungsleiterin im Landratsamt, schon mit der Zahl der Anmeldungen – das übernehmen die Schülerinnen und Schüler selbstständig – zufrieden, war sie es erst recht am Ende des Tages. Die über 20 Teilnehmer seien „super interessiert“ und aufgeschlossen gewesen. Was ihr positives Gefühl verstärkte: Alle Schularten waren vertreten. „Das reflektiert, dass wir allen eine beste berufliche Perspektive bieten können. Genau das ist auch unser Anspruch.“
Neben Helene hat mit Laura eine zweite Betreuerin eine Girls‘ Day-Vergangenheit. Sie hatte ihren Tag damals allerdings an anderer Stelle verbracht – heute ist sie „im Amt happy“.