
Von Äpfeln und anderen Stars
Die Obstbörse des Landkreises war wieder ein großer Erfolg - Naturgärten wurden zertifiziert
Stand: 12.10.2026
Herbst ist…, wenn Obstbörse ist! Das hat sich am Sonntag wieder einmal als wahr erwiesen. Über 40 Aussteller sorgten rund um das Gemeindezentrum Schwanstetten für einen gleichsam unterhaltsamen wie informativen Tag. Mitsamt heimlichen Stars.
Der erste: Die Karottenflöte! Denn wer hätte gedacht, dass man eine Möhre zur - zugebenermaßen mit Ablaufdatum versehenen – Melodiezeugung nutzen kann? - Natürlich nur, wenn das ausgehöhlte Mark auch verschnabuliert wurde. Denn per se ist der Nachhaltigkeitsgedanke essenzieller Bestandteil der Obstbörse, die (einem Zwei-Jahres-Turnus folgend) zum 13. Mal stattfand.
Was sich als Glückszahl erweisen sollte, denn neben der großen Zahl an Ausstellern und den vielen Besuchern fielen Interesse und die sehr positive Stimmung auf. An einem Stand berichtete eine Frau, dass sich eine Kundin mit den Worten bedankt hatte: „Danke, dass Ihr da seid und Haustür-Schätze vor dem Vergessen bewahrt.“ Eine Aussage, die äußerst treffend für die Foto Ausstellung: „Birnbaum - Methusalem der Landschaft“ war, die wie vieles andere Blicke und Besucher anzog.
Zudem erfüllte sich an diesem Herbst(!) Sonntag eine weitere „Binsenweisheit“ Die Mischung macht’s. Übersetzt auf die Obstbörse bedeutet das vor allem optisch einladende und geschmacklich überraschende Erkenntnisse, was alles zum Thema gehört, von Landschaftspflege, der Ausbildung zum Baumwart bis zur „Ernährungsnotfallvorsorge“. Kulinarisch ließen es die Aussteller den hunderten Besuchern an nichts fehlen und zogen von A(pfelküchle) bis Z(wetschenkuchen) das gesamte Register.
Landrat Ben Schwarz machte einen weiteren Star aus: Die „neue Sorte“ Meeres-Früchte, die der Obst- und Gartenbauverein Meckenhausen ins Spiel gebracht hatte. „Nicht zu verwechseln mit Kernobst“, gab sich Schwarz humorvoll. Die Obstbörse sei „eine Veranstaltung mit Herz wie alle, die die OGVs ausrichten.“ Zumal diese immer familienfreundlich und generationsübergreifend seien“, lobte er. Nicht zu vergessen, dass damit die Liebe zur Natur und zu Pflanzen weitergegeben wird. „Kompliment und Dank für Euere Arbeit.“
„Schön, dass wir Gastgeber sein dürfen“, stellte Bürgermeister Richard Seidler heraus, als er die zahlreichen Gäste begrüßte. Schön vor allem, weil Schwanstetten vor etlichen Jahren eigentlich „nur“ Ausweichquartier vorgesehen, als seinerzeit die Rother Stadthalle als Ausrichter die Segel streichen musste. Seidler staunte über Auswahl und Anzahl der Aussteller, „toll“. Noch mehr beeindruckte ihn das Engagement der Obst- und Gartenbauvereine mit ihren, wie er gehört hätte, fast 7000 Mitgliedern im Landkreis. „Eine wunderschöne Veranstaltung“, fasste er zusammen.
Entgegen anderer Börsen, an denen es rauf und runter gehe, sei bei der Obstbörse des Landkreises klar, dass „sie immer ein Gewinn“ sei, attestierte Bezirksvorsitzender Gerhard Durst. Und zwar für Besucher und für alle, die Äpfel, Birne und Co. mögen. Durst dankte allen Mitwirkendenden, die „Obst in Wert setzen“. Das sei entscheidend, damit dies beim Bürger wieder ankomme. Stellvertretend für die süßen Vitaminspender rührte er mit verschiedenen Sprüchen launischen zum Apfel als Gesundbringer die Werbetrommel. Zweiter wichtiger Aspekt, warum Streuobstwiesen und Hausgärten so bedeutsam seien: „und wies zugleich auf den Wert von vielfältigen Gärten hin.
Ganz besondere, naturnahe wurden dann ausgezeichnet. Für Landrat Ben Schwarz ein schönes Zeichen, zeige es doch, dass Menschen bereit seien, ihre Gärten und fachlicher Anleitung zu grünen Oasen zu machen. Zusammen mit weiteren Ehrengästen gratulierte er Maleen Zichner (Regelsbach), Barbara Bergmann (Georgsgmünd), Thomas Stapfer und Franziska Ganzer (Roth), Kerstin Mahr (Wassermungenau), Elke Schindhelm (Schwabach) und Claudia Porschert (Wendelstein).
„Der Aufwand hat sich gelohnt“, konnten Kreisvorsitzender Reiner Braun und Kreisfachberater Johannes Schneider schon während der sieben kurzweiligen Stunden bilanzieren. Die Stimmung unter Besuchern und Ausstellern sei ausgesprochen gut gewesen, führten sie aus. Beide durften sich zudem über Dank und Komplimente aus berufenem Mund freuen. Landrat Ben Schwarz sprach von „toller Arbeit“, die das ganze Jahr hindurch geleistet werde. Bezirksvorsitzender Gerhard Durst bezeichnete den Kreisverband gar als „mustergültigen“.
Ausgesprochen viel geboten war für Kinder. Ob beim Apfelsaft-Pressen oder Bastelaktionen, die Kleinen hatten ihren Spaß. Oder lagen ihren Eltern mit besagten Flötenklängen in den Ohren…