
Rettung für die Gelbbauchunke
Landkreis schafft neue Laichplätze für die seltene Amphibie
Stand: 09.04.2026
Der Name ist Programm. Gelbbauchunken sind an der Unterseite knallgelb. Mit dieser Signalfarbe kann sie ihren Fressfeinden zeigen: Achtung, ich bin giftig! Für den Menschen ist sie jedoch ungefährlich.
Da das Tier vom Aussterben bedroht ist, hat der Landkreis jetzt eine Rettungsaktion gestartet. In der Region gibt es nur sehr wenige Nachweise dieser seltenen Art. Umso erfreulicher, dass auf einer Fläche die vom Landkreis betreut wird, immer wieder Gelbbauchunken nachgewiesen werden können. Der Naturschutzfonds des Landkreises kümmert sich um die Pflege wertvoller Flurstücke in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Landwirten.
Auf einem wurden nun in Zusammenarbeit mit dem Bauhof Abenberg neue Laichplätze geschaffen. Die Gelbbauchunke legt ihren Laich in kleinen, temporären Gewässern ab wie etwa Pfützen, Fahrspuren von Traktoren oder kleinen Tümpeln. Diese kurzlebigen Gewässer bieten einen entscheidenden Vorteil: Fressfeinde wie Fische oder Libellenlarven haben meist nicht genug Zeit, sich anzusiedeln, und auch konkurrierende Amphibienarten fehlen häufig.
„Solche Projekte zeigen, dass Artenschutz auch ganz praktisch funktioniert und Naturschutz und Bauhofarbeit gut zusammenpassen“, betont Josef Finweg vom Kreisbauhof. Folglich legten Mitarbeiter mit Hilfe eines Baggers mehrere neue Kleingewässer an, die künftig als Laichhabitat für die Gelbbauchunke dienen sollen. In enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde konnten so viele neue Strukturen für Amphibien geschaffen werden. „Wir hoffen, dass wir dieses Jahr bereits erste Unken antreffen können“, sagt Anna Schön von der Unteren Naturschutzbehörde.
Die schnelle Erwärmung der Kleingewässer ermöglicht eine schnelle Entwicklung des Laichs und der Larven. Die Fortpflanzungszeit beginnt im April, Weibchen heften in geringer Wassertiefe pro Laichakt zwei bis 30 Eier in lockeren Klümpchen an, erklärt Schön.
Die Fläche, die zur neuen Geburtsstation von vielen kleinen Amphibien werden soll, steht seit 2015 im Eigentum des Landkreises und zeichnet sich durch eine zum Teil vernässte Wiese mit kleinem Weiher und Kleinsttümpeln aus. Die „Beziehung“ ist indes länger: Bereits seit 1990 betreut der Naturschutzfond des Landkreises das Gebiet, das einmal jährlich von einem örtlich ansässigen Landwirt gemäht wird.
Bedroht ist die Gelbbauchunke unter anderem auch durch Zuschüttungen, Müll, Dünger und Umweltgifte in Kleingewässer, die ihren Lebensraum zerstören. Erschwerend hinzu kommt der Klimawandel mit der Folge, dass Kleinstgewässer zu schnell austrocknen - bevor die Unken sich fertig entwickelt haben.
Von oben betrachtet erscheint die Gelbbauchunke mit ihrer dezent graubraunen bis lehmgelben Rückenfärbung als „graue Maus“, von unten „ist sie unser auffallendster Froschlurch, der mit seinen herzförmigen Pupillen zudem auch noch sympathisch wirkt“.