"Einfach extrem"

Wintereinbruch hat Auswirkungen von Schulausfall bis Müllabfuhr – Räumdienste tun ihr möglichstes
Stand: 26.01.2026

Extreme Bedingungen auf der ganzen Linie: Der Wintereinbruch hatte und hat auch im Landkreis gravierende Auswirkungen. Schulausfälle, eingestellte Müllabfuhr und Schnee in Mengen, die die Räumfahrzeuge nicht mehr bewältigen konnten.

Dabei hatten die beiden Kreisbauhöfe am Montag bereits um 2.30 Uhr den Dienst aufgenommen, nach der ersten Runde ging es sofort und nur zum „Salz-Auffüllen“ zurück und wieder auf die Straßen. Auf denen machten an vielen Stellen querstehende und liegengebliebene Fahrzeuge ein (zügiges) Vorankommen unmöglich. „Umstände, die viele Bürger nicht bedenken, wenn sie schimpfen“, heißt es zusammenfassend aus dem Landratsamt Roth. Auch Landrat Ben Schwarz sieht seine Mitarbeiter in den sozialen Medien, in denen sogar das Wort „Totalversagen“ fiel, zu Unrecht angegriffen.

Wenn man sich Schneemassen, Dauerbeschneiung und die Straßenkilometer vor Augen führe, könne man nur zu dem Schluss kommen, dass nicht überall geräumt sein könne, wirbt er um Verständnis. Gleichzeitig dankt er den Bauhofmitarbeitern – auch den kommunalen – für ihren, „oftmals leider nicht genug wertschätzten“ Einsatz.

„So viel Schnee hatten wir seit Jahrzehnten nicht“, berichtet einer von ihnen, der es als „Altgedienter“  wissen muss. Problematische Situationen entstünden immer dann, wann es nicht mehr aufhöre, zu schneien. Und genau das war ab Sonntag Abend der Fall. Die Kreis-Winterdienste starte(te)n an den jeweiligen Bauhöfen und arbeiten grundsätzlich von dort aus ihre Routen ab. Die sind entsprechend ausgetüftelt und priorisiert. Aber: „Auch zu den vorrangigen Bergstrecken müssen wir erst einmal hinkommen“.

Gleiches gilt für die Mitarbeiter, die es erst zu ihrem Arbeitsplatz schaffen müssten -und das meist ohne Räum- und Streufahrzeug vor sich und mitten in der Nacht.

Ein Zentimeter Schnee pro Stunde, wie bis in den Dienstag hinein prognostiziert, bringe das System mitsamt der Vorgeschichte schlicht an seine Grenzen, werben Schwarz und die Mitarbeiter im Sachgebiet vor allem „draußen“ bei aller persönlicher Betroffenheit um Verständnis. „Das Geschehen ist einfach sehr dynamisch.“

Zumal sich die Situation woanders ähnlich zugetragen hat. Unter anderem hieß es in zahlreichen Verlautbarungen anderer Entscheidungsträger und offizieller Stellen, dass „sich aufgrund des starken Schneefalls in der vergangenen Nacht in frühen Morgenstunden gezeigt hat, dass die Räum- und Streudienste die Schulwegsicherheit in Mittelfranken am 26. Januar 2026 nicht gänzlich garantiert werden können“.  Eine Einschätzung, die auch die Regierung von Mittelfranken bestätigt hat.

Die ließ unter anderem wissen, dass „die Schulwegsicherheit in Mittelfranken am 26. Januar nicht gänzlich zu garantieren sei“.

Die der Kürze der Zeit geschuldete geringe Reaktionszeit – die Lage hatte sich im Laufe der Nacht und in Richtung der Morgenstunden zugespitzt - hatte im Landkreis an einzelnen Schulen zu vermeintlich „späten Meldungen“ geführt, wie an manchen Stellen kritisiert wurde. Das bedarf einer Relativierung: Vor Verlautbarungen bedürfe es erst einer offiziellen Bestätigung, was mitunter Zeit in Anspruch nehme. Umso wichtiger die Feststellung, dass auch am Montag laut Schulamt die Betreuung für die Kinder, deren Eltern die Nachricht zu spät erreicht hat oder die keine andere Möglichkeit hatten, – wie immer in solchen Krisensituationen -sichergestellt war.

Auswirkungen hat der Wintereinbruch auch auf die Müllabfuhr. Am Montag Vormittag hat das Entsorgungsunternehmen Veolia aufgrund der extremen Wetterlage mit heftigen Schneefällen und Glätte die geplanten Leerungen der Mülltonnen im Landkreis eingestellt. Sollten die Witterungsverhältnisse Fahrten zulassen, ergibt sich für den Rest der Woche eine Verschiebung aller geplanten Leerungen im Landkreis um jeweils einen Tag.

Aktuelle Informationen gibt es über die AbfallApp und unserer Homepage.

Reagiert hat das Rother Schulamt auch, indem es aufgrund der Wetterlage seine Präsenzzeiten am Montag ganz schnell erhöht hat. Von dort heißt es: Die Entscheidung, ob der Unterricht am Montag in Präsenz stattfinden soll oder nicht, musste sehr kurzfristig fallen. Weil aber die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen höchste Priorität genießt, „war kurz vor 6 Uhr die Ansage „Schulausfall“ die richtige Option“, erklärt Leiterin Antje Döllinger. War sie, weil sich herausstellen sollte, dass an diesem Tag in ganz Mittelfranken kein Präsenzunterricht stattfinden würde.

Landrat Ben Schwarz anerkennt das besonnene Vorgehen, besonders in einer schwierigen Gemengelage in der Nacht von Sonntag auf Montag. „Das Schulamt hat, nachdem die Fakten vorlagen, eine konsequente Entscheidung getroffen.“ Der Landrat skizziert kurz den anderen Weg: keine Absage und dann ein Schulbus-Unfall… „das wollen wir alle ganz sicher nicht“.

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