
Eine Arena, in der Herz Trumpf war
Eine Messe in der Kulturfabrik zeigte eindrucksvoll, warum Berufe im Sozial- und Gesundheitsbereich besonders sind
Stand: 24.05.2026
Nein, die „Sozialarena“ war in der Tat keine Messe wie jede andere. Schon alleine, weil ein wesentlicher Baustein war, dass Auszubildende oder frisch Ausgelernte ihre fast gleichaltrigen Gegenüber informierten. Den noch größeren Unterschied aber machte etwas anderes.
Herz(blut). Davon war eine Menge in der Rother Kulturfabrik zu spüren, als Aussteller aus verschiedensten Bereichen Berufe und Häuser vorstellten. Präsentiert an vorderster Front von jungen Leuten (selber) – eine der tragenden Säulen des neuen Konzepts. „Austausch auf Augenhöhe“, beschreibt es Günther Wittmann von der Gesundheitsregion plus, einer der vier Co-Veranstalter.
Sie alle, Landkreis, Kreisklinik und Bildungsbüro, hatten sich weitere Partner an die Seite geholt, um in der Kulturfabrik eine leistungsstarke Schau anbieten zu können. Die war weit gefächert und zeigte von A wie AWO bis Z mit Regens-Wagner Zell die Vielfalt der Berufe im sozialen und Gesundheitssektor in der Region.
Genau die zu zeigen, war wesentliche Intention des neuen Formats. Er freute sich über die lange Ausstellerliste, die ein großes Sammelsurium an Angeboten mitgebracht hätten. „Wir wollten die vielen Facetten und Möglichkeiten zeigen und das ist uns gelungen.“ Er hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für soziale Berufe. Die, von Heilerziehungspfleger bis Notfallsanitäter, eines gemein hätten: „Sie alle haben es mit Menschen zu tun. Das ist oft nicht leicht, aber erfüllend.“
Über die Informationsvermittlung zu den einzelnen Berufsbildern hinaus hatte das Organisationsteam – allen voran Alexa und Ruth Winkler vom Bildungszentrum für Pflegeberufe der Kreisklinik, deren stellvertretender Pflegedienstleiter Michael Christ mit Team und die Gesundheitsregion plus – ein vor allem spannendes Programm zusammengestrickt. Das reichte von einem Rollstuhlrennen über Gewinnspiel bis zu Erlebnissen mit VR-Brillen.
Was die Organisatoren neben der Besucherzahl von „gut 200 plus“ erfreute: Neben Schülerinnen und Schülern erreichte die Messe zu einem guten Teil potenzielle Wieder- und Quereinsteiger/innen. „Das hat uns ehrlich gesagt positiv überrascht“, bilanzieren die Verantwortlichen. Zudem dies den ohnehin zufriedenen Ausstellern einen zusätzlichen Kick versetzte. Entsprechend positiv war die Stimmung an diesem Nachmittag an den Ständen und auch in der Nachbetrachtung. Grundtenor: Nachfragen und Gespräche waren fundiert, tief gehend und vielversprechend.
Begeistert zeigte sich auch Michael Christ: „Es war wunderbar zu sehen, mit welcher Begeisterung junge Menschen von ihrem Alltag berichten, mitunter konnte man sogar spüren, wie der Funke übergesprungen ist.“
Klinik-Vorständin Nadine Ortner erinnerte an die vor rund einem Jahr aus ihren Reihen entstandene Idee, die „Berufemesse“ in ein anderes Format zu verpacken. Das sei eine Menge Planung und Arbeit gewesen, habe sich aber gelohnt, kommentierte sie ihren Blick in die Kulturfabrik. Die war nicht nur mit farbenfrohen Ständen bestückt, sondern auch getragen von der Stimmung, die sie sich erhofft hatte. „Ich wünsche mir, dass wir das Herzblut, mit dem wir unsere Berufe täglich leben, an künftige Auszubildende weitergeben können.“ Auch Ortner strich die Vielseitigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten heraus.
„Zudem reden wir über sehr zukunftssichere Jobs“, wies Landrat Schwarz auf einen weiteren wichtigen Faktor hin. „Menschenkümmerer werden immer und immer mehr gebraucht.“ Deswegen soll nach einer ersten Spontan-Bilanz die Sozialarena auch im kommenden Jahr stattfinden. Einfach, weil sie – das ist die nüchterne Version - die entsprechenden Berufsbilder in den Fokus rückt und ihren Stellenwert erhöht. Und/oder, weil sie zeigt, was sie ausmacht: Herz.
Gesundheitsregion-Plus Geschäftsstelle
Geschäftsstelle Gesundheitsregion Plus