Landkreisbürger mit großem Herz

Feierlicher Abschluss der Aktion „Jeder Bürger ein Euro“: Vier Projekte freuen sich über Spendenschecks von Ben Schwarz
Stand: 16.07.2026

Ob der namengebende eine Euro oder der vierstellige Betrag, den Unternehmen und Privatpersonen spenden. Am Ende sind sie alle eines: Hilfe, Hoffnungsgeber und ein Zeichen, dass der Landkreis ein großes Herz hat. Das wurde einmal mehr bei der Abschlussveranstaltung der Aktion „Jeder Bürger ein Euro“ deutlich. Gut 58 000 Euro kamen 2025/26 zusammen. Eine Summe, die Landrat Ben Schwarz stolz macht – wie noch etwas.

Denn hinter allen vier Projekten, die bedacht wurden, steht großes ehrenamtliches Engagement der handelnden Personen, anerkannte der Landrat. Unmittelbar, wie beim Tierheim Roth oder dem Helferkreis Roter Schwan, die „vor der Haustür“ aktiv sind, oder über Mittelsleute, die das Leben von Menschen in anderen Erdteilen zumindest ein wenig verbessern möchten. Beide Bereiche sind seit Anbeginn der Spendenaktion Bestandteil deren DNA: „Wir möchten lokale und internationale Projekte unterstützen“, brachte es Ben Schwarz auf den Punkt.

Ausgewählt für den jüngsten Aktionszeitraum waren das Tierheim Roth, der Helferkreis Roter Schwan, die Vanessa Secondary School im afrikanischen Tansania sowie das Küchenhaus der Stang Girls School in Papua-Neuguinea. Sie erhalten jeweils zwischen 14 000 und 15 000 Euro – die Differenz erklärt sich durch den Anteil zweckgebundener Spenden.

Dass das Tierheim Roth solche erhielt, freute die neue Leiterin Leonie Seitz, sieht sie darin doch eine Bestätigung der Arbeit und dass „sich unser Einsatz lohnt“. Seitz hatte neben einem großen Dank für die Zuwendung Zahlen mitgebracht: Zwölf Mitarbeiter, über 70 ehrenamtliche Helfer, 150 Hunde, 200 Kleintiere, 400 Katzen…. Und eine Menge Kosten. Personal, Instandhaltungsmaßnahmen eines in die Jahre gekommenen Gebäudes, Tierarztrechnungen…

Auf der anderen Seite: „Jeder vermittelte Schützling zeigt, dass sich unser Einsatz lohnt.“ Seitz gab zu, dass „es ein gutes Gefühl ist, zu wissen, dass Sie hinter uns stehen“. Diesen Gedanken griff Landrat Schwarz gerne auf und sprach von „gut eingesetztem Geld“.

Der Helferkreis Roter Schwan war die zweite lokale Initiative, die bedacht wurde. Werner Forster stellte sie vor. „Schnell, individuell, unkompliziert und flexibel“, fasste der Vorsitzende die Vorteile des vor 22 Jahren gegründeten Vereins mit knapp 130 Mitgliedern vor. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen zu unterstützen, die aus unterschiedlichen Gründen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind. „Immer im Sinne einer Überbrückung und als Hilfe zur Selbsthilfe“.“

Dass die nötig ist, zeigt allein die Bilanz aus 2025. 72 Projekte konnte das siebenköpfige Vorstandsteam mit rund 40 000 Euro unterstützen. Klar müsse aber auch sein: „Wir können nur das Geld ausgeben, das wir haben.“ Insofern sei der Betrag aus Händen von Ben Schwarz ein großer Segen.

Forster erläuterte die Arbeitsweise des Roten Schwans – der nach einem Fantasy-Roman mit diesem Titel benahmt ist. Erster Kernpunkt: Eine 1:1 Betreuung. Ein Vorstandsmitglied nimmt sich einer Anfrage an und kümmert sich in der Folge. Kernpunkt zwei: Es werden nicht einfach Geldbeträge überwiesen, sondern „die“ Waschmaschine gekauft oder die Therapiestunde bezahlt. „Wir sehen uns als Feuerwehr, als Extra- und Hilfe-zur-Selbsthilfe“, fasste Forster zusammen.

Seine Ausführungen bestätigten Landrat Ben Schwarz, dass der Helferkreis richtigerweise in die Riege der Bedachten aufgenommen wurde. „Sie packen an und schließen durch praktische Lösungen faktische Lücken.“

Springen wir über Kontinente – mit einer Vorbemerkung. Die Aktion „Jeder Bürger ein Euro“ unterstützt Projekte dann, wenn sie eine Verbindung in den Landkreis haben. Bei der Vanessa Secondary School im Süden Tansanias sind das Irmgard Hautum und Gerd Weikelmann, für den Wunsch, der Stang Girls School in Papua-Neuguinea ein neues Küchenhaus zu verschaffen, ist es allen voran Dekan Klaus Schlicker. „Sein“ Dekanat (zu dem auch Dürren- und Wassermungenau und somit der Landkreis gehören) pflegt seit rund 30 Jahren eine Partnerschaft zu dem pazifischen Land mit seiner außerordentlich großen kulturellen und biologischen Vielfalt.

Beginnen wir mit Letzterer. „Das ist eine ganz andere Welt“, kommentierte Dekan Schlicker die Bilder, die er von einem Besuch zusammen mit Conny Lorenz und Heinz Endner mitgebracht hatte. Dort hatte das Trio vor allem eines beeindruckt: Mit welchem Idealismus sich Frauen in der Stang Girls School ausbilden lassen, um sich später in ihren Heimatdörfern ehrenamtlich zu engagieren und ihr Wissen zu Hygiene, Pflege, Haus- und Gartenarbeit weiter zu geben.

Beim Blick in das Küchenhaus, in dem sich die rund 40 Frauen in ärmsten Verhältnissen versorgen (müssen), wurde den Deutschen klar: „Da muss etwas passieren.“ Folglich hat sich das Dekanat das Projekt „Neues Küchenhaus“ zu seinem gemacht. Es unterstützt zudem eine junge Frau konkret, die sich den Besuch der Schule sonst nicht leisten könnte. Schlickers Schlusssatz sorgte bei so manchem für einen Gänsehautmoment: „Die Menschen dort sind es wert, unsere Hilfe zu erfahren.“

Als „ein Geschenk zum 20. Geburtstag“ empfanden Irmgard Hautum und Gerd Weikelmann die mehr als 15 000 Euro, die die Landkreisbürger „ihrer“ Vanessa Secondary School“ haben zukommen lassen. Deren Vision ist es, Waisenkindern ein Zuhause zu geben. Rund 40 von ihnen ist der Schulbesuch nur durch die Unterstützung aus dem Landkreis möglich.

Zwischen 300 und 400 Kinder und Jugendliche besuchen die Einrichtung, berichtete Irmgard Hautum, die zugleich eine erfreuliche aktuelle Nachricht im Gepäck hatte: Die Noten der Abschlussklassen seien herausragend gewesen – gibt es ein besseres Zeugnis, einen besseren Beweis, was Engagement bewegen kann?

Die Initiative aus dem Landkreis finanziert nicht nur Schuldgeld, Unterhalt und Verpflegung, sondern beispielsweise auch die technische Ausstattung eines Physiksaals. Alles Dinge, die mit großer Dankbarkeit angenommen werden. Folglich könnten die im Vorfeld der Abschlussveranstaltung übermittelten Worte der tansanischen Schulleiterin Strahlkraft haben – und vielleicht sollten sie das auch. „Wir sind eine Welt, wir sollten zusammenstehen.“ Ein schöneres Schlusswort könnte es kaum geben.

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