
"Es hat die richtigen getroffen"
Basketballer des Auhofs wurden zur Mannschaft des Jahres gewählt
Große Gesten und Gefühle bei der 43. Sportlerehrung des Landkreises
Die Mannschaft der Herzen ist auch die Mannschaft des Jahres: Mit deutlichem Vorsprung setzten sich die Basketballer des Auhofs bei der Wahl zu den Sportlern des Jahres im Landkreis durch. Mit ihnen durften sich die beiden Schützen Theresa Schnell und Leon Enders über die gläserne Eins freuen. Für große Momente sorgten zudem zwei indirekt Zweitplatzierte.
„Es hat genau die richtigen getroffen“, gratulierte Ulrich Eckert, der für die Tischtennis-Herren des TV Hilpoltstein gemeinsam mit Matthias Danzer den Preis entgegennahm. Danzer, unter anderem Deutscher Vize-Meister im Doppel, war selbst nominiert und kam ebenso auf den Vize-Rang. „Spitzensport mit all seinen Herausforderungen ist das eine..“, meinte Abteilungsleiter Eckert. Die Auhof-Truppe aber zeige eindrucksvoll, was Sport ausmache: Miteinander, Begeisterung, Freude an der Bewegung und an einem Punkt-Gewinn.
Große Geste Teil 2: Nicht nur, dass der TV das Preisgeld für Platz zwei der Spendenaktion „Jeder Bürger ein Euro“ zur Verfügung stellt. Beim jüngsten Heimspiel wurden für diesen Zweck auch zwei handsignierte Trikots versteigert. Eckerts Erklärung dafür: „Wir haben auch eine gesellschaftliche Verantwortung.“ Seine Worte, kombiniert mit den Gänsehaut-Momenten, die auch Landrat Ben Schwarz aus der Hilpoltsteiner Stadthalle zu beschreiben versuchte („Das muss man erlebt haben“): ganz klar, einer der zahlreichen Höhepunkte des Abends.
Weil seine Tochter Carolin ihrer Leidenschaft Bobfahren aktuell bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz nachgeht, betrat ihr Vater Rick die Bühne. „Sie wäre gerne dabei gewesen“, sagte der Heidecker. Von Carolin, die bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres auf Platz zwei landete, solle er allen Aktiven ein erfolgreiches und verletzungsfreies Jahr wünschen.
In dem gab es auf Initiative des Landrats eine Neuerung: Ben Schwarz wollte den bewusst „nicht mit viel Tamtam“ begangenen 40. Landkreislauf im Jahr 2025 nicht einfach verstreichen lassen, sondern treue Seelen und vielfache Etappensieger würdigen. Allen voran Peter Heinloth (LG Abenberg), der es auf „sage und schreibe“ 38 Teilnahmen brachte. Oder Alexander Schatz, der 22 Etappensiege zu Buche stehen hat.
Der hatte, nachdem er für seine Ehrung auf die Bühne gebeten worden war, die Rechnung ohne die Moderatoren gemacht. Wie Christian Kuhnle und Helmut Gruhn wurden sie im Laufe des Abends wie Edmund Weber (Leiter der Polizeiinspektion Roth), Cornelia Griesbeck und Sven Erhardt (Bezirksräte), Richard Oppelt und Bernd Reichelt für die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparkasse, Ralph Edelhäußer als Kreisvorsitzender und Jürgen Bodach als sein „Bezirkschef“ des Leichtathletikverbands sowie Ehren-Gauschützenmeister Josef Gillmeyer mit Sascha Schneider als „Helfer und Paten dienstverpflichtet“.
Zurück zu den Besten der Besten: Die Fußballer des TSV Großschwarzenlohe, die den Aufstieg in die Bayernliga – und damit die fünfthöchste – geschafft hatten, wurden bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres Dritte. Bei den Einzelsportlern ging diese Auszeichnung an Alexander Richter von der TSG 08 Roth, der sich unter anderem bei der Triathlon-Weltmeisterschaft den dritten Platz seiner Altersklasse sicherte. Unter den zur Sportlerin des Jahres nominierten erfolgreichen Athletinnen landete Lisa Helm vom Radlerclub Wendelstein an dritter Stelle. Sie wurde Weltmeisterin im zweifachen Ultra-Triathlon.
„Die Auswahl der Nominierten ist uns bei dem Leistungsniveau quer durch alle 22 Sportarten wirklich schwer gefallen“, betonte Landrat Ben Schwarz, der die Veranstaltung in der Kulturfabrik auch moderierte. Das letzte Wort beziehungsweise die letzte Stimme hatten die Landkreisbürger. Zum zweiten Mal durften nicht nur die Geehrten wählen, ebenso zum zweiten Mal wurden die Vorschläge in Videobeiträgen vorgestellt – vorab im Internet und am Abend selbst. „Da werden Emotionen transportiert“, freute sich Ben Schwarz über diesen „Coup“. Die Klickzahlen bestätigten nicht nur ihn, sondern auch die ausführende Firma aptos. Deren fachkundiges Urteil: „Richtig gut.“
Eine Einschätzung, die auch auf den Abend zutraf, den die Juniorengarde des RCV eröffnete. „Mir ist schleierhaft, wie die jungen Damen bei der sportlichen Höchstleistung noch lächeln können“, kommentierte Ben Schwarz den Auftritt. Tanzend ging es nach der Pause mit Original-regionalem Buffet weiter: Diana und Matthias Schmitt aus Großweingarten, die zuvor selbst unter anderem für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Standardtanz geehrt wurden, gaben eine Kostprobe ihres Könnens.
Und bestätigten damit Ben Schwarz‘ Einschätzung, dass „Sport im Landkreis Roth“ eine unglaubliche Bandbreite habe. Dass er diese an dem Abend geballt sehen und erleben dürfe, sei ein schönes Gefühl. Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass hinter den großartigen Erfolgen – geehrt wurden 323 Aktive – eine riesige Portion Ehrenamt stecke. Wie Ulrich Eckert sah er in der Wahl der Auhof-Basketballer ein Zeichen. „Sport verbindet eben.“ Gibt es eine schönere Botschaft?