Wiedereröffnung Wertstoffhof

in Georgensgmünd - Landrat und Mitarbeiter freuen sich über einen Quantensprung
Stand: 07.01.2026

„Ey, alles neu!“. Besser als dieser gleichermaßen spontane wie begeisterte Ausspruch hätte man die Situation nicht beschreiben können. Am Mittwoch nahm das neue Betriebsgebäude am Wertstoffhof Georgensgmünd seinen Dienst auf. Das markiert für Mitarbeiter und Bürger das Ende einer Durststrecke.

Denn mit der Einweihung konnte auch der aufgrund der Bautätigkeiten seit Wochen geschlossene Wertstoffhof wiedereröffnen. Wie sehr dies herbeigesehnt wurde, zeigte sich an Tag eins bereits an der Schlange, die sich vor dem Tor bildete. Das, sowie die Nachfragen seit der temporären Schließung, „was denn da los“ sei, seien der beste Beweis, dass die Entscheidung für den Neubau richtig war, betonte Landrat Ben Schwarz.

Den Menschen würden Annehmlichkeiten oft erst auffallen, wenn sie wegfallen. Eine Erkenntnis, die sich insbesondere für den Service am Wertstoffhof Georgensgmünd bewahrheitet hätte. Umso erfreulicher sei es, zu Jahresbeginn ein wichtiges Stück Infrastruktur zurückzugeben. Schwarz dankte allen, die den Neubau ermöglicht hätten – allen voran den Kreisgremien, die auch die nicht unerhebliche finanzielle Seite abgesegnet hätten, wenngleich die nicht unmittelbar aus dem Landkreis-Etat, sondern der Deponierücklage der Kommunalen Abfallentsorgung bestritten wurde.

Aus drei in den Jahren gekommenen und nicht mehr zeitgemäßen Containern sei nun eine dauerhafte Bleibe geworden, ordnete er die Investition von rund 425 000 Euro ein. Für die gäbe es nun ein Gebäude, das allen Anforderungen an Schallschutz, Arbeitssicherheit und modernen Arbeitsbedingungen entspreche. In ihm untergebracht ist neben dem Büro des Landkreis-Deponieverwalters Michael Wellein eines für die beiden Wertstoffhof-Mitarbeiter der Firma Veolia. Die haben statt dem in die Jahre gekommenen Waaghaus der alten Hausdeponie nun im Neubau dank einer entsprechenden Fensterfront einen perfekten Überblick über den Innenhof. Ein gemeinsamer Sozialraum und Sanitäreinrichtungen füllen die restlichen der rund 70 Quadratmeter.

Die Einladung zum Termin habe ihn etwas verwundert, gab Dekan Matthäus Ottenwälder zu. Die Segnung eines Wertstoffhofs, nein, derartiges sei noch nicht an ihn herangetragen worden. Umso mehr habe er sich gefreut, schließlich sei gerade das Thema Abfall eines, das unmittelbar mit der Schöpfung zu tun habe. „Gott hat uns diese Welt anvertraut und wir haben nur diese eine“, strich der katholische Geistliche heraus. Zum sorgsamen Umgang gehöre daher auch das Vermeiden von Müll und das entsprechend umsichtige Handeln. Ottenwälder erbat den Segen für das Gebäude sowie die Mitarbeiter und deren Schutz und Sicherheit.

„Wir haben das gut zusammen gerockt“, griff Thomas Büttner die Aussage des Dekans, „hier ist ein gut gelungenes Gemeinschaftswerk mit positiver Ausstrahlung entstanden“, auf. Der Gebietsleiter der Firma Veolia beteuerte, dass trotz des neuen Namens der Anspruch, den Kunden bestmöglichen Service zu bieten, gleich bleibe. Er räumte einige Startschwierigkeiten ein, die nun aber nach und nach behoben würden.

Dass die Ansprechpartner und Gesichter im Wertstoffhof die gleichen blieben, ist für Georgensgmünds Bürgermeister Friedrich Koch ein wichtiger Punkt. Die „altbekannten Gesichter“ stünden schließlich für Zuverlässigkeit und Kompetenz. „Am besten ist aber, dass die Servicestelle wieder geöffnet ist“, fügte er an. Koch zeigte sich überzeugt, dass das auch den Umweltmüll reduziere, der zuletzt doch stark zugenommen habe. Dem Landkreis dankte er für die Investition, die eine Stärkung und ein Bekenntnis zum Standort seien.

Anfang September wurde mit dem Abriss des alten Gebäudes begonnen, in den kommenden Wochen werden die zwei noch bestehenden Container abgebaut, informierte Kai-Uwe Erdmann, Sachgebietsleiter am Landratsamt. Der hatte das Projekt seinem Stellvertreter Alexander Mauderer übertragen, der insbesondere auf die verbesserten Arbeitsbedingungen für den Deponierwart hinwies. Der musste bisher entweder mit einem Fahrzeug oder einem fensterlosen Betoncontainer auskommen. Geplant wurde das in Holzständerbautechnik errichtete neue Haus von der Landkreisverwaltung. Mauderer zeigte sich überzeugt, dass im Zusammenspiel mit der neuen Zaunanlage und der Beleuchtung ist ein Gebäude für die Zukunft sowohl für Mitarbeiter als auch Bürger entstanden.

Gut zu wissen: Der Gmünder Wertstoffhof ist einer von vieren des Landkreises Roth und wird im Auftrag von der Firma Veolia (vormals Hofmann) betrieben. Dort werden sämtliche Wertstoffe und Abfälle angenommen, gesammelt und zu den jeweiligen Sammelstellen/Verwertungsanlagen abgefahren. Die Öffnungszeiten in Georgensgmünd (Am Sandwerk 2) sind Montag bis Freitag 9 bis 12 sowie 12.30 bis 16 Uhr. An Samstagen ist Annahme von 9 bis 12 Uhr, die letzte Anlieferung ist jeweils 15 Minuten vor Schließung möglich.