Einschränkungen für Badende im Jägersee

Jüngste Messungen haben gestiegene PFAS-Werte zu Tage gefördert – Gesundheitsamt rät zu Zurückhaltung
Stand: 28.08.2026

Seit Sommer 2025 hat das Gesundheitsamt das Wasser des Großen und Kleinen Jägersees ganz genau im Auge. Insbesondere im Fokus: per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). Die jüngste Messung im Juli hat nun Werte ergeben, die in Teilbereichen Konsequenzen für Badende nach sich ziehen.

Während die Messergebnisse für PFAS 4 im April am Nordufer bei 300 Nanogramm pro Liter lagen, sind sie nun auf 380 ng/ gestiegen. Noch gravierender ist der Anstieg am Nordostufer: April: 330 ng/l, Juli 440 ng/l. Am Kleinen Jägersee stieg die Belastung von 85 auf 100 ng/l. Bei PFAS 20 ergeben sich folgende Werte: Großer Jägersee (Nordufer): April 330 ng/l, Juli 430 ng/l; Nordostufer: April 370 ng/l, Juli 500 ng/l; Kleiner Jägersee: April 88 ng/l, Juli 110 ng/l.

PFAS-4 und PFAS-20 sind Summenparameter zur Messung von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen im Trinkwasser. Beim Wert PFAS-20 werden die Gehalte von 20 verschiedenen Einzelsubstanzen berücksichtigt, während bei PFAS-4 nur die Gehalte der vier für den Menschen im Moment am relevantesten eingeschätzten PFAS addiert werden.

Im Gegensatz zum Trinkwasser gibt es für Badegewässer keine gesetzlich verankerten Grenzwerte für PFAS, erklärt Dr. Stefan Schmitzer, Leiter des Gesundheitsamtes. Daher ziehen die Fachbehörden wissenschaftlich hergeleitete Orientierungswerte heran, die speziell auf das Verhalten beim Baden (wie das versehentliche Verschlucken von Wasser) abgestimmt sind. Je nach Quelle – Umweltbundesamt (UBA) oder Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist für Badegewässer von unterschiedlichen gesundheitlich vertretbaren Höchstwerten auszugehen. Für Badegewässer liegen die akzeptablen Gehalte für PFAS-4 bei 400 ng/l bis 900 ng/l und für PFAS-20 bei 2000 ng/l.

Die Werte für PFAS-4 liegen unter den Orientierungswerten des LGL und mit Ausnahme der Ergebnisse am Nordostufer des Großen Jägersees auch unter denen des Umweltbundesamtes. Am Nordostufer des Großen Jägersees wurde für PFAS-4 der Wert 440 ng/l gemessen. Da das Umweltbundesamt mit 400 ng/l ein anderes Bewertungsszenario zu Grunde legt strengere Maßstäbe anlegt „und wir auf Nummer sicher gehen wollen“, gibt das Gesundheitsamt eine Empfehlung ab.

Im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollte im Nordostbereich des Großen Jägersees nicht regelmäßig, gemeint ist „nicht täglich“, gebadet werden. „Gelegentliches Baden in diesem Bereich halten wir aber auch für unbedenklich“, ordnet Dr. Schmitzer ein. In den übrigen Bereichen des Großen Jägersees sowie im Kleinen Jägersee ist Baden gemäß dem aktuellen Kenntnisstand gesundheitlich unbedenklich. Um die Bevölkerung aufmerksam zu machen, werden im betroffenen Bereich Hinweisschilder aufgestellt.

Untersucht wurde und wird das Wasser zudem gezielt auf die chemischen Substanzen Arsen, Barium und Toluol. Die ersten Messungen dazu erfolgten im Juli 2024, eine Überprüfung zur Kontrolle der zeitlichen Entwicklung im Mai und im Juli 2026. Die Ergebnisse sowie eine Einordnung sind auf der Homepage des Landratsamtes abrufbar. Zusammenfassend lässt sich sagen, Basierend auf den vorliegenden Analysen kann keine gesundheitliche Gefährdung für Badende im Großen und Kleinen Jägersee durch Arsen, Barium oder Toluol abgeleitet werden.

Um die Entwicklung der Werte langfristig zu überwachen und weitere Trends erkennen zu können, hat das Gesundheitsamt regelmäßige Untersuchungen auf PFAS sowie auf die Substanzen Arsen, Barium und Toluol während der Sommermonate in das Routine-Überwachungsprogramm aufgenommen. Die nächste Wasserentnahme ist für die kommende Woche geplant. Für Fragen steht das Gesundheitsamt zur Verfügung.

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